Crop-Faktor-Rechner

Brennweite mal Crop-Faktor: Kleinbild-Äquivalent, Bildwinkel und die Blende für dieselbe Schärfentiefe.

Vonaktualisiert

Bei Zoomobjektiven die gerade eingestellte Brennweite, nicht die Bereichsangabe wie 18–55 mm.

Der Crop-Faktor sagt, um welchen Faktor die Sensordiagonale kleiner ist als die 43,3 mm des Kleinbildformats.

35 mm wirken wie 52,5 mm am Kleinbild — Bildwinkel 44,79°. Für Schärfentiefe und Lichtmenge zählt derselbe Faktor auch bei der Blende: aus f/1,8 wird die Wirkung von f/2,7.

Kleinbild-Äquivalent
52,5
Diagonaler Bildwinkel
44,7895
Blenden-Multiplikator für die Schärfentiefe
1,5

Ein 35-mm-Objektiv an einer APS-C-Kamera von Nikon oder Sony zeigt denselben Ausschnitt wie 52,5 mm am Vollformat: Der diagonale Bildwinkel schrumpft von 63,4 auf 44,8 Grad. Die 35 mm bleiben dabei 35 mm — verändert hat sich nur, wie viel vom Bildkreis der kleinere Sensor überhaupt aufzeichnet.

Die zweite Hälfte der Rechnung wird selten mitgeliefert: Derselbe Faktor gilt auch für die Blende, sobald man Schärfentiefe vergleicht. Ein f/1,8 an Micro Four Thirds stellt so frei wie f/3,6 am Vollformat — das gilt, solange man beide Bilder gleich groß betrachtet, denn der zulässige Zerstreuungskreis wächst mit dem Format mit. Die Belichtungszeit bleibt die von f/1,8, das Bokeh nicht.

Der Sensor verlängert die Brennweite nicht

Die Brennweite ist eine Eigenschaft des Glases und ändert sich durch die Kamera dahinter nicht. Ein kleinerer Sensor schneidet lediglich die Mitte aus dem Bildkreis heraus, den das Objektiv wirft. Genau daher kommt die Zahl: Die Kleinbilddiagonale misst 43,3 mm, die eines APS-C-Sensors rund 28,2 mm. 43,3 geteilt durch 28,2 ergibt 1,53 — angegeben wird üblicherweise der gerundete Wert 1,5. Weil die Rechnung über die Diagonale läuft, nennt der Rechner auch den diagonalen Bildwinkel; horizontal und vertikal fallen kleiner aus. Die Winkelformel setzt dabei die geradlinige Projektion einer idealen dünnen Linse voraus; extreme Weitwinkel und vor allem Fischaugen zeichnen anders und liegen einige Grad daneben.

Deshalb ändert der Crop-Faktor die Perspektive nicht. Vom selben Standpunkt aus ist das APS-C-Bild identisch mit dem Vollformatbild, aus dem man den Rand wegschneidet — gleiche Verzerrung, gleiche Tiefenwirkung, gleiche Größenverhältnisse zwischen Vorder- und Hintergrund. Erst wenn man zurücktritt, um wieder den gewohnten Ausschnitt zu füllen, verändert sich die Perspektive, und schuld daran ist der Abstand, nicht das Objektiv.

Was die Blende dabei wirklich macht

Die Blendenzahl ist ein Verhältnis: Brennweite geteilt durch den wirksamen Öffnungsdurchmesser. Weil sie die Helligkeit pro Flächeneinheit beschreibt, misst der Belichtungsmesser an jedem Format dasselbe. f/1,8 bei ISO 400 verlangt an Micro Four Thirds genau die Belichtungszeit, die es auch am Vollformat verlangt — kleine Sensoren sind in diesem Sinn nicht dunkler.

Anders sieht es aus, sobald man Schärfentiefe oder die insgesamt eingesammelte Lichtmenge vergleicht, denn beide hängen von der realen Öffnung und von der Sensorfläche ab. Ein 25-mm-Objektiv mit f/1,8 an Micro Four Thirds entspricht 50 mm bei f/3,6 am Vollformat, ein 50-mm-f/1,8 an APS-C entspricht 75 mm bei f/2,7 — vorausgesetzt, man betrachtet beide Bilder gleich groß, denn der zulässige Zerstreuungskreis skaliert mit dem Format. Gleicher Ausschnitt, gleiche Belichtungszeit, aber weniger Freistellung und mehr Rauschen, als die kleine Blendenzahl vermuten lässt.

Was die Zahl im Alltag bedeutet

Die klassische Normalbrennweite von 50 mm mit ihren 46,8 Grad erreicht man an APS-C mit rund 33 mm, bei Canon mit 31 mm, an Micro Four Thirds mit exakt 25 mm. Umgekehrt wird Weitwinkel am kleinen Sensor teuer: Für den Blick eines 24-mm-Objektivs braucht Micro Four Thirds 12 mm, und die entsprechenden 84 Grad sind konstruktiv deutlich aufwendiger als am Vollformat.

Beim Tele hält sich die Vorstellung, ein Crop-Sensor bringe Reichweite geschenkt. Ein 300-mm-Objektiv an APS-C zeigt den Ausschnitt von 450 mm — aber denselben Ausschnitt bekommt man, indem man eine Vollformataufnahme beschneidet. Ein echter Vorteil entsteht nur, wenn der kleinere Sensor mehr Bildpunkte pro Millimeter unterbringt. Bei gleicher Pixelzahl auf kleinerer Fläche ist das der Fall — der Gewinn liegt dann an der Pixeldichte, nicht am Crop-Faktor.

Häufige Fragen

Ändert der Crop-Faktor die Perspektive?
Nein. Perspektive entsteht allein durch den Standpunkt der Kamera. Vom selben Platz aus liefert der kleinere Sensor denselben Bildinhalt, nur beschnitten. Verändert wird die Perspektive erst dadurch, dass man wegen des engeren Ausschnitts weiter zurückgeht.
Bekomme ich mit APS-C mehr Reichweite beim Teleobjektiv?
Beim Bildwinkel ja: 300 mm wirken wie 450 mm. Das Ergebnis entspricht aber genau dem Beschnitt einer Vollformataufnahme auf denselben Ausschnitt. Mehr Details liefert der Crop-Sensor nur, wenn seine Pixeldichte höher ist.
Warum wird die Blende beim Belichten nicht umgerechnet?
Die Blendenzahl beschreibt die Helligkeit pro Fläche, und die ist formatunabhängig. f/1,8 bleibt für Belichtungszeit und ISO f/1,8. Der Crop-Faktor gilt nur beim Vergleich von Schärfentiefe und gesammeltem Licht: An APS-C stellt f/1,8 frei wie f/2,7 am Vollformat, sofern man beide Bilder gleich groß betrachtet.

Quellen

Stand der Werte: 2026. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine Steuerberatung.

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