Schärfentiefe-Rechner

Nah- und Ferngrenze der Schärfe und die hyperfokale Entfernung aus Brennweite, Blende und Abstand.

Vonaktualisiert

Die tatsächliche Brennweite des Objektivs, nicht die Kleinbild-Entsprechung — das Format wählen Sie unten getrennt.

2,8 steht für f/2,8. Je größer die Zahl, desto kleiner die Öffnung und desto größer die Schärfentiefe.

Der Abstand, auf den scharfgestellt wird.

Bestimmt den Zerstreuungskreis: 0,030 mm am Kleinbild, 0,020 mm an APS-C, 0,015 mm an Micro Four Thirds.

Scharf von 2,73 m bis 3,33 m — eine Zone von 0,6006 m. Auf 29,81 m fokussiert reichte die Schärfe bis unendlich.

Nahgrenze der Schärfe
2,7295
Ferngrenze der Schärfe
3,33 m
Hyperfokale Entfernung
29,8119

50 mm bei Blende 2,8 am Kleinbild, scharfgestellt auf 3 Meter: Scharf ist dann alles zwischen 2,73 und 3,33 Metern. Das sind sechzig Zentimeter — genug für ein Gesicht, zu wenig für ein zweites einen Schritt dahinter. Der Rechner nennt diese beiden Grenzen und dazu die hyperfokale Entfernung, hier 29,81 Meter.

Die hyperfokale Entfernung ist der nützlichste der drei Werte. Stellen Sie genau darauf scharf, reicht die Schärfe von der Hälfte dieses Abstands bis unendlich — im Beispiel also von 14,91 Metern an aufwärts. Bei 24 mm und Blende 8 liegt sie bei 2,42 Metern, ab 1,21 Metern ist dann alles scharf bis zum Horizont.

Der Zerstreuungskreis ist eine Vereinbarung, keine Naturkonstante

Alle drei Zahlen hängen an einer Größe, die nicht die Optik vorgibt, sondern die Branche verabredet hat: dem Zerstreuungskreis. Die üblichen 0,03 Millimeter fürs Kleinbild sind die Bilddiagonale von 43,3 Millimetern geteilt durch rund 1440 — die geläufige Faustformel Diagonale durch 1500 liefert fast denselben Wert. Dahinter steckt die Annahme, dass jemand einen Abzug von etwa 20 mal 30 Zentimetern aus einer Armlänge Abstand betrachtet. Ein Punkt, der auf dem Sensor 0,03 Millimeter groß ist, verschwimmt dabei unter der Auflösungsgrenze des Auges. Genau das heißt hier scharf.

Am Bildschirm in der 100-Prozent-Ansicht gilt diese Annahme nicht mehr. Ein 24-Megapixel-Bild ist dort rund 1,4 Meter breit, also etwa fünfmal stärker vergrößert als der Abzug. Rechnet man das ehrlich mit rund 0,006 Millimetern durch, schrumpfen die sechzig Zentimeter des Eingangsbeispiels auf etwa zwölf. Jede Zahl dieses Rechners ist also für den Blick aufs fertige Bild gedacht, nicht für die Ansicht Pixel für Pixel — beim Prüfen am Monitor fällt sie immer optimistisch aus.

Was die Zone wirklich steuert

Die Blende wirkt fast linear: Blende 1,4 statt 2,8 bei denselben 50 mm auf 3 Meter halbiert die Zone von sechzig auf dreißig Zentimeter, 2,86 bis 3,16 Meter. Die Entfernung wirkt dagegen ungefähr quadratisch. Gehen Sie mit demselben Objektiv bei Blende 2,8 auf 6 Meter zurück, wächst die Schärfe von 5,00 bis 7,50 Meter — zweieinhalb Meter statt sechzig Zentimeter, also gut das Vierfache bei doppeltem Abstand.

Beim Sensorformat wird es unübersichtlich, weil zwei Dinge gleichzeitig passieren: Der kleinere Sensor verlangt einen kleineren Zerstreuungskreis, braucht für denselben Bildausschnitt aber auch eine kürzere Brennweite. Unterm Strich gewinnt die Brennweite. Ein 33-mm-Objektiv an APS-C zeigt denselben Ausschnitt wie 50 mm am Kleinbild und ergibt bei Blende 2,8 auf 3 Meter eine Zone von 2,60 bis 3,54 Metern — 94 statt 60 Zentimeter. Deshalb ist Freistellen am großen Sensor leichter und durchgehende Schärfe am kleinen.

Wann die Ferngrenze unendlich wird

Sobald Sie auf die hyperfokale Entfernung oder weiter scharfstellen, hat die Zone kein hinteres Ende mehr, und der Rechner schreibt statt einer Zahl unendlich. Bei 50 mm und Blende 2,8 beginnt das ab 29,81 Metern, bei 24 mm und Blende 8 schon ab 2,42 Metern. Vorne bleibt es bei genau der Hälfte: Auf die hyperfokale Entfernung fokussiert, liegt die Nahgrenze rechnerisch immer bei H geteilt durch zwei.

Daraus folgt der praktische Trick für Landschaft: Stellen Sie nicht auf unendlich. Wer bei 24 mm und Blende 8 den Ring bis zum Anschlag dreht, bekommt Schärfe erst ab 2,40 Metern; wer stattdessen auf 2,42 Meter scharfstellt, bekommt sie ab 1,21 Metern — bei gleichem Horizont. Ob der Blumenstrauß im Vordergrund noch scharf wird, entscheidet sich an dieser einen Einstellung.

Häufige Fragen

Warum weicht das Ergebnis von der Skala auf meinem Objektiv ab?
Die eingravierten Schärfentiefeskalen älterer Objektive rechnen meist mit einem gröberen Zerstreuungskreis, teils 0,033 Millimeter und mehr, und sie stammen aus einer Zeit kleinerer Abzüge. Sie fallen deshalb großzügiger aus als dieser Rechner. Eine bewährte Faustregel: Lesen Sie die Skala eine Blendenstufe strenger ab, also die Markierungen für 5,6 verwenden, wenn Sie bei 8 fotografieren.
Warum wird das Bild bei Blende 22 nicht schärfer, obwohl die Zone größer wird?
Weil die Beugung dagegenhält. Das Beugungsscheibchen wächst mit der Blendenzahl und erreicht bei f/22 rund 0,03 Millimeter — genau den Durchmesser, den die Rechnung gerade noch als scharf durchgehen lässt. Die Zone wird also länger, aber nichts darin ist mehr wirklich scharf. Am Kleinbild liegt der brauchbare Kompromiss meist zwischen Blende 8 und 11, an Micro Four Thirds entsprechend zwei Stufen früher.
Gelten die Formeln auch für Makroaufnahmen?
Nein. Die Herleitung setzt voraus, dass die Entfernung deutlich größer ist als die Brennweite; im Nahbereich stimmt das nicht mehr, und die Pupillenlage des Objektivs beginnt mitzureden. Als Größenordnung fürs Makro: Beim Abbildungsmaßstab 1:1 und Blende 8 bleibt rund ein Millimeter scharf. Wer mehr braucht, kommt um Fokus-Stacking nicht herum.

Quellen

Stand der Werte: 2026. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine Steuerberatung.

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