Eine 4K-Aufnahme mit 100 Mbit/s erzeugt in zehn Minuten 7,5 Gigabyte — auf eine 64-GB-Karte passen davon rund 85 Minuten oder acht ganze Clips dieser Länge. Die Rechnung dahinter ist kurz: Bitrate mal Sekunden ergibt Megabit, geteilt durch acht sind es Megabyte.
Auf die Stunde gerechnet sind das bei 100 Mbit/s 45 Gigabyte, bei den 20 Mbit/s eines Smartphone-Videos in Full HD dagegen nur 9. Wer die Bitrate seines Aufnahmemodus einmal nachgeschlagen hat, kann den Kartenbedarf für einen Drehtag im Kopf abschätzen.
Megabit und Megabyte — der Faktor acht
Die Bitrate wird in Megabit pro Sekunde angegeben, die Dateigröße in Megabyte. Zwischen beiden liegt der Faktor acht, weil ein Byte aus acht Bit besteht: 100 Mbit/s sind 12,5 Megabyte pro Sekunde. Wer das kleine b und das große B verwechselt, verschätzt sich um das Achtfache — die häufigste Ursache für Speicherpläne, die am Drehtag nicht aufgehen.
Derselbe Faktor erklärt die Geschwindigkeitsklassen der Karten. V30 steht für dauerhaft 30 Megabyte pro Sekunde, also 240 Mbit/s. Für eine Aufnahme mit 100 Mbit/s ist eine solche Karte reichlich schnell; knapp wird es erst bei Intermediate-Codecs wie ProRes oder DNxHR, die mehrere hundert Megabit pro Sekunde schreiben.
Warum Windows aus 64 GB nur 59,6 macht
Der Kartenhersteller rechnet ein Gigabyte als eine Milliarde Byte, Windows dagegen als 2³⁰, also 1.073.741.824 Byte. Aus den 64.000.000.000 Byte einer 64-GB-Karte werden im Windows-Explorer dadurch 59,6 — genauer 59,6 GiB. macOS, iOS und Android zählen dezimal und zeigen dieselbe Karte weiterhin als 64 GB an. Verschwunden ist nichts, es wird nur anders gezählt.
Dieser Rechner arbeitet in dezimalen Gigabyte, so wie der Aufdruck auf der Karte. Zusätzlich gehen einige hundert Megabyte für das Dateisystem ab, und die letzten Prozent schreiben viele Karten spürbar langsamer. Planen Sie fünf bis zehn Prozent Reserve ein, statt die Karte bis auf die letzte Minute zu füllen.
Variable Bitrate: die Zahl ist eine Obergrenze
Die meisten Kameras nehmen mit variabler Bitrate auf. Die Angabe im Datenblatt ist dann der Spitzenwert, nicht der Durchschnitt. Ein ruhiges Interview vor glatter Wand bleibt deutlich darunter, während Schneetreiben, Laub im Wind oder eine Menschenmenge den Encoder an die Grenze treiben — dieselbe Minute kann so um die Hälfte schwanken.
Für die Planung heißt das: mit dem Höchstwert rechnen und sich freuen, wenn weniger anfällt. Wer es genauer wissen will, nimmt eine Minute im geplanten Modus auf und teilt die Dateigröße durch die Länge. Eine Minute, die 750 Megabyte groß ist, entspricht genau 100 Mbit/s; diesen gemessenen Wert können Sie oben eintragen.