Erdbebenstärke

Wie viel Energie eine Magnitude freisetzt und um welchen Faktor sich zwei Beben unterscheiden.

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Die Zahl, die in Meldungen genannt wird. Heute ist damit fast immer die Momenten-Magnitude gemeint, nicht mehr die ursprüngliche Richterskala.

Magnitude 7 setzt 2 · 10¹⁵ Joule frei. Gegenüber Magnitude 6 ist das die 31,62-fache Energie bei 10-facher Bodenbewegung.

Abgestrahlte Energie in J
2 · 10¹⁵
Entspricht Tonnen TNT
4,77 · 10⁵ t
Energie im Verhältnis
31,62 mal so viel
Bodenbewegung im Verhältnis
10 mal so viel

Magnituden sind logarithmisch, und deshalb täuscht der Abstand zwischen zwei Zahlen. Eine Einheit mehr bedeutet die zehnfache Bodenbewegung — aber rund die 32-fache Energie. Beide Zahlen stimmen, sie beantworten nur verschiedene Fragen, und aus ihrer Verwechslung entstehen die meisten Missverständnisse.

Der Rechner gibt die abgestrahlte seismische Energie zu einer Magnitude aus und vergleicht zwei Beben in beiden Maßen. Grundlage ist die Beziehung log E = 1,5 · M + 4,8 mit der Energie in Joule.

Zehnfach oder zweiunddreißigfach

Die Magnitude ist als Logarithmus der Amplitude definiert: Ein Beben der Stärke 7 lässt den Boden zehnmal so weit ausschlagen wie eines der Stärke 6. Die Energie wächst dagegen mit 10 hoch 1,5 je Einheit, also um den Faktor 31,6 — denn zur größeren Amplitude kommt die längere Dauer.

Über zwei Einheiten wird daraus der Faktor 1000. Ein Beben der Stärke 8 setzt tausendmal so viel Energie frei wie eines der Stärke 6, und das ist der Grund, warum ein einzelnes starkes Beben mehr Energie abgibt als alle schwachen eines Jahres zusammen. Die Verteilung ist so schief, dass die größten Ereignisse alles andere überdecken.

Richterskala und Momenten-Magnitude

Charles Richter definierte seine Skala 1935 für Südkalifornien und für einen bestimmten Seismografen. Oberhalb von etwa 6,5 sättigt sie: Sehr große Beben liefern kaum noch höhere Werte, weil der gemessene Ausschlag nicht weiter mitwächst. Deshalb hätte man das Beben von 1960 in Chile auf der Richterskala nicht von einem deutlich kleineren unterscheiden können.

Seit den 1970er Jahren benutzt man die Momenten-Magnitude, die aus dem seismischen Moment berechnet wird — aus Bruchfläche, Versatz und Steifigkeit des Gesteins. Sie sättigt nicht und ist im mittleren Bereich so angelegt, dass sie mit den alten Werten zusammenpasst. Wenn heute von der Richterskala die Rede ist, ist fast immer diese Größe gemeint.

Warum die TNT-Angabe irreführt

Der Vergleich mit Sprengstoff gibt eine Größenordnung, mehr nicht. Eine Explosion setzt ihre Energie in einem Punkt und in Millisekunden frei, ein Beben auf einer Bruchfläche von zig Kilometern über eine Minute. Die Wirkung an der Oberfläche ist deshalb eine völlig andere.

Hinzu kommt: Die hier berechnete Größe ist die abgestrahlte seismische Energie, nicht die gesamte am Bruch umgesetzte. Der weitaus größere Teil geht in Wärme und in das Zerbrechen von Gestein. Wie viel Schaden entsteht, hängt ohnehin mehr an Tiefe, Untergrund und Bauweise als an der Magnitude — ein flaches Beben der Stärke 6 unter einer Stadt richtet mehr an als ein tiefes der Stärke 7 unter dem Meer.

Häufige Fragen

Wie viel stärker ist ein Beben der Stärke 7 als eines der Stärke 6?
Die Bodenbewegung ist zehnmal so groß, die freigesetzte Energie rund 32-mal. Beide Angaben sind richtig — die erste beschreibt den Ausschlag des Seismografen, die zweite die Energie.
Gibt es eine Obergrenze für Magnituden?
Keine mathematische, aber eine physikalische: Die Magnitude hängt an der Länge des Bruchs, und die kann eine Verwerfung nicht beliebig überschreiten. Der stärkste je gemessene Wert war 9,5 in Chile 1960. Werte über 10 gelten auf der Erde als ausgeschlossen.
Warum richtet ein schwächeres Beben manchmal mehr Schaden an?
Weil Schaden vor allem von Tiefe, Untergrund und Bauweise abhängt. Ein flaches Beben direkt unter bebautem Gebiet wirkt stärker als ein tiefes, weit entferntes mit höherer Magnitude. Weicher Untergrund verstärkt die Schwingung zusätzlich.

Quellen

Stand der Werte: 2026. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine Steuerberatung.

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