Tageslänge berechnen

Wie lang der Tag ist, um wie viel er sich gerade ändert und wie er zu den Sonnenwenden steht.

Vonaktualisiert

Berlin am 2026-08-26: 14 Stunden 2 Minuten Tag, −3,9 Minuten gegenüber dem Vortag. Die Sonne steht mittags 47,81° hoch.

Tageslänge
14 h 2 min
Änderung gegenüber dem Vortag
−3,9 Minuten
Längster Tag des Jahres
16 h 50 min
Kürzester Tag des Jahres
7 h 39 min
Höhe der Sonne am Mittag
47,8116

Die Tageslänge ist der Abstand zwischen Sonnenauf- und -untergang. Interessanter als der Wert selbst ist meist, wie schnell er sich gerade ändert — und das ist über das Jahr sehr ungleich verteilt.

Um die Tagundnachtgleiche gewinnt Berlin gut vier Minuten am Tag, in der Woche also fast eine halbe Stunde. Um die Sonnenwende sind es Sekunden: Zwei Wochen lang bleibt die Tageslänge praktisch stehen. Daher der Name — die Sonne wendet, sie steht still.

Warum sich der Tag ungleichmäßig ändert

Die Deklination der Sonne folgt über das Jahr einer Sinuskurve zwischen plus und minus 23,44 Grad. Eine Sinuskurve ändert sich an ihren Extremen am langsamsten und an ihrem Nulldurchgang am schnellsten — und die Extreme sind die Sonnenwenden, der Nulldurchgang sind die Tagundnachtgleichen.

Deshalb wird es im März und September rasend schnell heller beziehungsweise dunkler, während sich im Juni und Dezember wochenlang nichts zu tun scheint. Die Änderung ist außerdem breitenabhängig: In Hamburg geht es schneller als in München, weil dort die ganze Kurve steiler verläuft.

Der früheste Sonnenuntergang liegt nicht am kürzesten Tag

Der kürzeste Tag ist der 21. oder 22. Dezember. Der früheste Sonnenuntergang fällt in Deutschland aber schon auf Mitte Dezember, der späteste Sonnenaufgang erst auf Anfang Januar. Das ist kein Rechenfehler, sondern die Zeitgleichung: Der wahre Mittag wandert in diesen Wochen um mehrere Minuten nach hinten und zieht Auf- und Untergang mit.

Praktisch heißt das: Wer im Dezember den Eindruck hat, es werde abends schon wieder länger hell, während es morgens immer noch dunkler wird, hat vollkommen recht. Beides passiert gleichzeitig, und die Tageslänge als Differenz erreicht ihr Minimum dazwischen.

Was Breite und Höhe ausmachen

Am Äquator ist der Tag das ganze Jahr über gleich lang, gut zwölf Stunden. Je weiter man nach Norden geht, desto stärker schwingt der Wert: In München reicht die Spanne von rund acht bis sechzehn Stunden, in Hamburg von siebeneinhalb bis siebzehn, jenseits des Polarkreises von null bis vierundzwanzig.

Auch die Höhe der Sonne am Mittag steht hier, denn sie erklärt die Wärme besser als die Tageslänge. Sie beträgt 90 Grad minus dem Abstand zwischen Breite und Deklination: In Berlin sind das im Juni 61 Grad, im Dezember nur 14. Weil die Einstrahlung mit dem Sinus dieser Höhe geht, kommt im Dezember auf dieselbe Fläche weniger als ein Viertel der Junienergie.

Häufige Fragen

Um wie viel wird der Tag pro Tag länger?
Das hängt vom Datum ab. Um die Tagundnachtgleiche im März sind es in Berlin gut vier Minuten täglich, um die Sonnenwende im Juni nur Sekunden. Der Rechner gibt den Wert für genau das gewählte Datum aus.
Warum wird es abends früher hell, obwohl der kürzeste Tag noch kommt?
Weil der früheste Sonnenuntergang und der kürzeste Tag nicht zusammenfallen. Die Zeitgleichung verschiebt den wahren Mittag im Dezember nach hinten: Abends wird es schon wieder später dunkel, während morgens die Sonne noch weiter nach hinten rutscht.
Gilt die Tageslänge auch bei bedecktem Himmel?
Ja, sie ist eine geometrische Größe und hat mit dem Wetter nichts zu tun. Die Sonnenscheindauer, die Wetterdienste messen, ist etwas anderes: Sie zählt nur die Stunden mit direkter Einstrahlung und liegt in Deutschland im Jahresmittel bei etwa einem Drittel der Tageslänge.

Quellen

Stand der Werte: 2026. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine Steuerberatung.

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