Ein Rabatt ist ein Anteil des Preises, kein fester Betrag. Deshalb sagt „30 % reduziert“ für sich genommen nichts darüber, wie viel man spart — erst der Ausgangspreis macht daraus eine Zahl.
Interessant wird die Rechnung, sobald zwei Nachlässe zusammenkommen. Der zweite bezieht sich auf den bereits gesenkten Preis, nicht auf den ursprünglichen, und fällt dadurch kleiner aus, als die Prozentzahl vermuten lässt.
Warum 20 % und 10 % nicht 30 % sind
Bei 100 Euro macht der erste Rabatt 20 Euro aus und lässt 80 Euro stehen. Die zusätzlichen 10 % werden von diesen 80 Euro genommen, sind also 8 Euro und nicht 10. Zusammen sind es 28 Euro Nachlass — ein Gesamtrabatt von 28 %, nicht von 30 %.
Der Unterschied wächst mit den Prozentsätzen: 50 % und noch einmal 50 % ergeben keinen kostenlosen Artikel, sondern den Viertelpreis. Rechnerisch werden die Restanteile multipliziert, nicht die Rabatte addiert.
Der Streichpreis ist nicht immer der Preis
Seit der Preisangabenverordnung von 2022 muss bei einer Preisermäßigung der niedrigste Gesamtpreis der letzten 30 Tage angegeben werden. Ein Rabatt darf sich also nicht auf einen Preis beziehen, der kurz vorher angehoben wurde.
Für die Rechnung heißt das: Als Originalpreis gehört der 30-Tage-Tiefstpreis ins Feld, nicht die unverbindliche Preisempfehlung. Sonst rechnen Sie eine Ersparnis aus, die es nie gab.