„WLAN-Router“ und „Titelleiste“ haben beide elf Zeichen. Auf dem Bildschirm ist das erste Wort deutlich breiter, weil ein W je nach Schrift drei- bis viermal so viel Platz belegt wie ein l. Genau daran scheitert jede Zeichenzählung: Google schneidet den Titel nicht nach Zeichen ab, sondern nach Breite — in der Desktop-Ergebnisliste bei ungefähr 580 Pixeln.
Dieses Werkzeug zählt die Zeichen und ordnet sie ein: Beim Title gilt alles unter 30 Zeichen als zu knapp und alles über 60 als zu lang, bei der Meta-Description liegt der Rahmen zwischen 120 und 160 Zeichen; wer den Platz im Titel wirklich ausnutzen will, landet meist bei 50 bis 60. Pixel misst das Werkzeug nicht. Dafür bräuchte es die Schriftart, in der Google das Ergebnis ausliefert, und die ist weder festgeschrieben noch auf jedem Gerät dieselbe. Die Bewertung unten ist deshalb ein Richtwert und keine Grenze.
Abgeschnitten wird nach Pixeln, nicht nach Zeichen
Großbuchstaben, W, M und Ziffernblöcke sind breit; i, l, t, f und Satzzeichen sind schmal. Ein Titel aus schmalen Kleinbuchstaben steht mit 65 Zeichen noch vollständig da, während ein anderer mit 55 Zeichen bereits mit drei Punkten endet. Wer Markennamen in Versalien oder lange Zahlenangaben unterbringt, bleibt besser am unteren Rand der Spanne.
Die Zeichenspanne 50 bis 60 ist deshalb kein Gesetz, sondern der Bereich, in dem die meisten deutschen Titel durchkommen. Achten Sie im Zweifel eher auf die Reihenfolge als auf die Länge: Was zuerst steht, wird auch dann noch gelesen, wenn gekürzt wird. Google empfiehlt den Websitenamen am Anfang oder am Ende — wer mit der Länge kämpft, setzt ihn ans Ende und das Thema an den Anfang.
Die Description bringt keine Position, aber Klicks
Die Meta-Description ist kein Rankingfaktor. Sie entscheidet nicht darüber, ob eine Seite auf Platz drei oder auf Platz neun steht — sondern darüber, ob jemand auf Platz drei überhaupt klickt. Damit ist sie ein kurzer Werbetext mit begrenztem Platz und kein Feld, in das Suchbegriffe gefüllt werden.
Praktisch heißt das: der konkrete Nutzen in den ersten Halbsatz, danach der Grund, weiterzulesen. Eine Aufzählung von Keywords liest niemand, und die Position verbessert sie auch nicht. Fehlt die Description ganz, setzt Google selbst einen Absatz aus dem Seitentext ein — was oft besser aussieht als eine lieblos geschriebene.
Google schreibt beides regelmäßig um
Google verwendet nach eigener Aussage meistens den Title aus dem HTML, ersetzt ihn aber gezielt: durch eine Überschrift der Seite, durch prominenten Text im Seitenkopf oder durch den Text von Links, die auf die Seite zeigen. Die Dokumentation nennt die Auslöser beim Namen — halbleere oder unvollständige Titel, veraltete Jahreszahlen, Titel, die den Inhalt schlecht beschreiben, derselbe Titel auf Hunderten von Unterseiten und ein Websitename, der ohnehin schon im Suchergebnis steht. Zu lange Titel werden dagegen meist nur gekürzt und nicht ersetzt.
Bei der Description passiert dasselbe noch häufiger, weil das Snippet zur jeweiligen Suchanfrage passen soll — und dieselbe Seite wird über viele verschiedene Anfragen gefunden. Das ist kein Fehler, den man abstellen muss. Es heißt nur, dass beide Felder Vorschläge sind, denen die Suchmaschine oft, aber nicht immer folgt.