Netzteil berechnen

Welche Leistung ein PC-Netzteil braucht — aus der Aufnahme der Bauteile, mit Reserve und Wirkungsgrad.

525 W Aufnahme und 30 % Reserve ergeben ein Netzteil mit 700 Watt.

Aufnahme der Bauteile
525 W
Empfohlene Nennleistung
700 W (rechnerisch 683 W)
Auslastung dabei
75 % der Nennleistung
An der Steckdose
583 W bei 90 % Wirkungsgrad
Hinweis
Die Auslastung liegt im Bereich des besten Wirkungsgrads.

Ein Netzteil wird nicht nach der Summe der Bauteile ausgewählt, sondern nach der Summe plus einer Reserve. Sie fängt Lastspitzen ab, die kürzer sind als jede Messung, und hält das Netzteil in dem Bereich, in dem es am effizientesten arbeitet.

Der Rechner nennt beides getrennt: was die Bauteile ziehen und welche Nennleistung daraus folgt — dazu, was am Ende wirklich aus der Steckdose kommt.

Warum die Reserve keine Verschwendung ist

Moderne Grafikkarten ziehen für Millisekunden ein Vielfaches ihrer Nennleistung. Diese Spitzen sind zu kurz, um Wärme zu erzeugen, aber lang genug, um die Schutzschaltung eines knapp bemessenen Netzteils auszulösen — der Rechner schaltet dann mitten im Spiel ab, ohne dass ein Bauteil defekt wäre.

Zwanzig bis dreißig Prozent Aufschlag decken das ab. Deutlich mehr bringt nichts: Ein 1200-Watt-Netzteil an einem 400-Watt-System läuft dauerhaft bei einem Drittel Last und damit außerhalb seines besten Wirkungsgrads.

Was die 80-Plus-Klasse wirklich sagt

Sie beschreibt den Wirkungsgrad, also wie viel von der aufgenommenen Leistung als Gleichstrom herauskommt. Bei Gold sind es rund neunzig Prozent bei halber Last — die restlichen zehn werden zu Wärme im Gehäuse des Netzteils.

Die Nennleistung auf dem Aufkleber ist immer die abgegebene Leistung. Was an der Steckdose gezogen wird, liegt entsprechend höher, und genau diese Zahl steht später auf der Stromrechnung.

Häufige Fragen

Wie viel zieht mein Prozessor wirklich?
Die TDP ist keine Leistungsaufnahme, sondern eine Abwärmeangabe für die Kühlerauslegung. Aktuelle Prozessoren ziehen unter Volllast oft deutlich mehr — bei Intel heißt der maßgebliche Wert PL2, bei AMD PPT. Tragen Sie im Zweifel diesen ein, nicht die TDP.
Zählt der Anschluss auf der Grafikkarte?
Er zählt für die Kabel, nicht für die Leistung. Ein 12V-2x6-Stecker kann 600 Watt führen, eine Karte daran vielleicht 320 ziehen. Entscheidend für die Netzteilwahl ist die Leistungsaufnahme der Karte, entscheidend für die Kabelwahl der Stecker.
Lohnt sich Platinum gegenüber Gold?
Rechnerisch selten. Zwei Prozentpunkte Wirkungsgrad sparen bei 500 Watt Last und vier Stunden Spiel am Tag rund achtzehn Kilowattstunden im Jahr, also wenige Euro. Der Aufpreis holt das meist nicht herein — die besseren Bauteile und die leisere Kühlung sind das eigentliche Argument.

Quellen

Stand der Werte: 2026. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine Steuerberatung.

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