Der Farbcode ist ein Zahlensystem auf einem Bauteil, das für aufgedruckte Ziffern zu klein ist. Die ersten Ringe sind die Ziffern, der vorletzte die Zehnerpotenz, der letzte die Toleranz.
Vier Ringe bedeuten zwei Ziffern, fünf Ringe drei — Präzisionswiderstände tragen deshalb einen Ring mehr. Wer den Anfang nicht erkennt, dreht das Bauteil: Der Toleranzring steht meist etwas abgesetzt und ist gold oder silber.
Warum Gold und Silber zweimal vorkommen
Als Multiplikator teilen sie: Gold durch zehn, Silber durch hundert. So entstehen Werte unter zehn Ohm, die sonst nicht darstellbar wären.
Als Toleranzring bedeuten dieselben Farben ±5 % und ±10 %. Verwechseln kann man sie kaum, weil ein Multiplikator nie an letzter Stelle steht — das ist der Grund, den Toleranzring immer nach rechts zu drehen.
Was die Toleranz praktisch bedeutet
Ein Kilohm mit ±5 % liegt irgendwo zwischen 950 und 1050 Ohm. Für einen Vorwiderstand an einer Leuchtdiode ist das gleichgültig, für einen Spannungsteiler in einer Messschaltung nicht.
Deshalb tragen Präzisionstypen Braun (±1 %) oder Rot (±2 %) und fünf Ringe. Wer einen genauen Wert braucht, misst nach — der Farbcode nennt die Fertigungsgrenze, nicht den tatsächlichen Wert.