Ein Wohnzimmer von 18 Quadratmetern, darin drei Leuchten mit zusammen 3000 Lumen: Das ergibt rund 167 Lux. Bei 150 Lux Zielwert reicht das, mit 300 Lumen Reserve. Dieselben Leuchten in einer Küche derselben Größe, und es fehlen 2400 Lumen — fast die Hälfte, weil die Küche 300 Lux verlangt.
Die Rechnung dahinter ist eine Division: Lux sind Lumen je Quadratmeter. Der Rechner dreht sie zusätzlich um und nennt den Lichtstrom, den die eingetragene Fläche für ihren Zielwert braucht.
Lumen, Lux — und warum Watt hier nichts zu suchen hat
Lumen ist die Menge Licht, die ein Leuchtmittel insgesamt abgibt. Lux ist die Menge, die auf einem Quadratmeter ankommt. Dieselbe Lampe erzeugt in einem kleinen Zimmer mehr Lux als in einem großen, ohne ein einziges Lumen mehr zu liefern — die Fläche steht im Nenner.
Watt sagt dagegen nur, wie viel Strom das Leuchtmittel zieht. Eine Glühlampe mit 60 Watt gibt rund 710 Lumen ab, also etwa 12 Lumen je Watt; eine LED derselben Leistungsaufnahme käme auf über 6000 Lumen. Für die 2700 Lumen des Wohnzimmers oben braucht es heute rund 25 Watt LED — früher waren es vier Glühlampen mit zusammen 240 Watt.
Woher die Zielwerte stammen
Für Arbeitsstätten sind sie nicht Geschmackssache. Verbindlich ist in Deutschland die ASR A3.4 zur Arbeitsstättenverordnung; sie übernimmt die Werte aus DIN EN 12464-1: 500 Lux für Schreiben, Lesen und Datenverarbeitung und ebenso für feine Maschinenarbeit und Feinmontage, 750 Lux für Präzisionsmontage, Werkzeugbau sowie Anreißen und Kontrolle, 200 Lux für Sanitärräume, 100 Lux für Verkehrsflächen und Flure. Grobe Montage kommt mit 200 Lux aus, mittlere mit 300.
Für private Wohnräume gibt es keine solche Vorgabe — die 150 Lux fürs Wohnzimmer sind ein Erfahrungswert, kein Grenzwert. Bei den Normwerten kommt es zudem auf den Bezug an: Sie gelten für den Bereich der Sehaufgabe, nicht für den Raummittelwert — im unmittelbaren Umgebungsbereich darf es weniger sein, bei 500 Lux auf der Sehaufgabe genügen 300 Lux ringsum. Der Rechner mittelt dagegen über die ganze Grundfläche. Und das Grundlicht ersetzt keine Platzbeleuchtung: Der Sessel zum Lesen braucht seine eigene Leuchte, die auf dem Buch 300 bis 500 Lux erzeugt, sonst müsste der ganze Raum auf dieses Niveau gehoben werden.
Was diese Rechnung nicht weiß
Sie unterstellt, dass jedes Lumen auch unten ankommt. In Wirklichkeit hängt das an der Raumhöhe, an der Farbe von Wänden und Decke und daran, wohin der Reflektor strahlt. Helle Flächen werfen das Licht zurück, dunkle Wände und Holzdecken schlucken einen erheblichen Teil davon. Eine ernsthafte Lichtplanung rechnet deshalb mit Wirkungsgraden und einem Raumindex aus Länge, Breite und Höhe.
Dazu kommt der Wartungsfaktor: Staub und Alterung kosten über die Jahre etwa ein Fünftel des Lichtstroms, und die Werte der Norm sind Wartungswerte, die auch am Ende des Wartungszyklus nicht unterschritten werden dürfen. Ein Viertel Aufschlag deckt genau diesen Posten — aus 2700 werden 3375 Lumen — und sonst nichts. Wie viel vom Lichtstrom überhaupt in der Nutzebene ankommt, entscheidet der Beleuchtungswirkungsgrad, und der liegt in Wohnräumen oft nur bei 40 bis 70 Prozent. Der reale Bedarf liegt deshalb eher beim Anderthalb- bis Doppelten des errechneten Werts — und diese Menge gehört auf mehrere Leuchten verteilt statt auf eine einzige.