Ein Stromerzeuger mit 3 kW Dauerleistung reicht für Verbraucher mit zusammen 2.500 Watt genau aus — bis die Tauchpumpe anläuft. Ihre 800 Watt vom Typenschild werden für den Bruchteil einer Sekunde zu 2.400 Watt, und in diesem Moment verlangt die Baustelle nicht 2.500, sondern 4.100 Watt. Die Drehzahl sackt ab, die Spannung geht mit, die Pumpe kommt nicht hoch.
Deshalb nennt dieses Werkzeug zwei Zahlen, die sich nicht ineinander umrechnen lassen: die Dauerleistung, die das Aggregat stundenlang liefern muss, und die Anlaufleistung, die es für Sekundenbruchteile verkraften muss. Wer nur die erste kennt, kauft zu klein.
Die Summe der Typenschilder ist die falsche Zahl
Addiert man alle Wattangaben, erhält man eine Zahl, die den Normalbetrieb beschreibt und den kritischen Moment verschweigt. Jeder Motor zieht beim Anlauf ein Vielfaches seines Nennstroms, weil der stillstehende Läufer sich zunächst wie ein kurzgeschlossener Transformator verhält. Erst wenn er dreht, baut die induzierte Gegenspannung den Strom ab.
Ein Kühlschrank mit 150 Watt Aufnahme verlangt beim Einschalten des Verdichters kurzzeitig 450 bis 900 Watt. Ausschlaggebend ist dabei nur das eine Gerät mit dem härtesten Anlauf: Dass zwei Motoren in derselben Zehntelsekunde starten, ist unwahrscheinlich, und danach läuft der erste bereits mit seiner Nennleistung mit.
Dauerleistung, Hauptstromleistung, Spitze — welche Zahl gilt
Auf einem Aggregat steht selten nur eine Leistung. Die Dauerleistung (COP nach DIN EN ISO 8528) ist die, die das Aggregat unbegrenzt bei voller Last hält; die Hauptstromleistung (PRP) liegt rund zehn Prozent darüber, gilt aber nur für wechselnde Last mit höchstens 70 Prozent Tagesmittel. Die Maximal- oder Spitzenleistung liegt noch einmal darüber und ist nur für kurze Zeit zulässig — auf dem Karton steht gern diese letzte Zahl.
Verglichen wird deshalb die hier berechnete Dauerleistung mit der Dauerleistung des Geräts, nie mit der Werbeangabe. Die Anlaufleistung darf dagegen in die Spitze hineinreichen, denn sie steht nur Sekundenbruchteile an. Bei Inverter-Aggregaten begrenzt allerdings oft die Elektronik und nicht der Verbrennungsmotor, wie weit diese Spitze reicht.
Was die Rechnung nicht abdeckt
Sie kennt nur Watt. Ob der Anschluss überhaupt passt, ist eine zweite Frage: Ein Drehstromverbraucher an 400 Volt braucht ein dreiphasiges Aggregat, und dessen Leistung lässt sich nicht immer frei auf die einzelnen Phasen verteilen — die einphasige Schuko-Steckdose eines 5-kW-Geräts gibt häufig nur einen Bruchteil davon her.
Ebenso wenig sagt die Rechnung etwas über die Schutzmaßnahme. Ein Stromerzeuger bildet ein eigenes Netz; wie Sternpunkt und Körper zu behandeln sind, regelt DIN VDE 0100-551, und im Freien kommen Aufstellort und Abgasführung dazu. Hier geht es allein um die Frage nach der Größe.