Ein Haushalt mit 4.000 kWh im Jahr, ein Dach, das an Ihrem Standort 950 kWh je kWp abwirft: 4.000 geteilt durch 950 sind 4,21 kWp — etwa 21 m² Modulfläche, also elf gängige Module zu 400 Wp. Umgekehrt gerechnet liefert eine geplante 8-kWp-Anlage am selben Standort 8 × 950 = 7.600 kWh im Jahr, fast das Doppelte des Verbrauchs.
Die 950 sind dabei die einzige Zahl, die Sie nicht schätzen dürfen. Der Verbrauch steht auf der Abrechnung, die Modulfläche folgt aus der Leistung — der spezifische Ertrag dagegen hängt an Standort, Neigung und Ausrichtung und muss nachgeschlagen werden.
Den spezifischen Ertrag holen Sie sich aus PVGIS
PVGIS ist der Ertragsrechner der Gemeinsamen Forschungsstelle der Europäischen Kommission. Sie setzen einen Punkt auf die Karte, tragen Neigung und Azimut ein und bekommen den Jahresertrag je kWp aus mehrjährigen Einstrahlungsdaten. In Norddeutschland liegen die Werte häufig bei 900 bis 1.000 kWh/kWp, südlich der Donau eher bei 1.100 und darüber — ein Unterschied von rund einem Fünftel, der in jeder Folgerechnung steckt.
Neigung und Ausrichtung verschieben das Ergebnis ebenso spürbar: Süd mit 30 bis 35 Grad ist das Optimum, eine Ost-West-Belegung kostet grob zehn bis zwanzig Prozent Jahresertrag, verteilt ihn dafür gleichmäßiger über den Tag. Verschattung durch Nachbarhaus, Schornstein oder Baum rechnet PVGIS nicht mit — die ziehen Sie selbst ab.
Verbrauch gedeckt heißt nicht netzunabhängig
Die Rechnung deckt Kilowattstunden über das Jahr, nicht über den Tag. Im Juni liefert dieselbe Anlage etwa das Fünffache dessen, was im Dezember herauskommt: Der Sommerüberschuss geht ins Netz, im Winter kaufen Sie zu. Ohne Speicher landen typischerweise nur 25 bis 35 Prozent des Ertrags im eigenen Haushalt, selbst wenn die Jahresbilanz auf dem Papier aufgeht.
Ein Speicher hebt den Eigenverbrauch auf etwa 55 bis 70 Prozent, ist aber eine eigene Rechnung: Er lohnt sich über die Differenz zwischen Strompreis und Einspeisevergütung und über die Zahl der Ladezyklen, nicht über die kWp. Die geltenden Vergütungssätze führt die Bundesnetzagentur; angemeldet wird jede Anlage im Marktstammdatenregister, unabhängig von ihrer Größe.
Von kWp zu Quadratmetern
Fünf Quadratmeter je kWp ist die Faustzahl für heutige Module, und genau damit rechnet das Feld „Ungefähre Modulfläche“. Ein Standardmodul misst rund 1,76 m × 1,13 m, also knapp 2 m², und leistet 400 bis 440 Wp — das sind etwa 200 bis 220 Watt je Quadratmeter. Ältere Module aus den 2010er Jahren liegen bei 150 bis 170 W/m², dort brauchen dieselben kWp entsprechend mehr Fläche.
Die reine Modulfläche ist allerdings nicht die nötige Dachfläche, und diese rechnet das Werkzeug auch nicht aus. Randabstände, Dachfenster, Gauben und beim Flachdach der Reihenabstand gegen gegenseitige Verschattung kommen hinzu: Auf dem Schrägdach genügt meist ein Zuschlag von einem Fünftel, auf dem aufgeständerten Flachdach rechnet man eher mit dem Doppelten.