Luft im Reifen folgt dem Gasgesetz: Fällt die Temperatur, fällt der Druck, ohne dass ein Molekül verloren geht. Wer im September auf 2,5 bar füllt, fährt im Januar mit deutlich weniger.
Gerechnet wird dabei mit dem absoluten Druck, also mit dem Umgebungsdruck obendrauf — das ist der Grund, warum die Faustzahl von 0,1 bar je zehn Grad nur ungefähr stimmt.
Warum der Manometerwert nicht der ganze Druck ist
Ein Manometer zeigt den Überdruck gegenüber der Umgebung. Im Reifen stehen bei angezeigten 2,5 bar also rund 3,5 bar absolut, und nur diese Zahl darf mit dem Temperaturverhältnis multipliziert werden.
Deshalb verliert ein hoch gefüllter Reifen bei derselben Abkühlung mehr bar als ein schwach gefüllter. Bei 2,0 bar sind es je zehn Grad etwa 0,10 bar, bei 3,5 bar schon 0,15.
Kalt messen heißt wirklich kalt
Die Herstellerangabe im Tankdeckel gilt für den kalten Reifen. Nach zehn Kilometern Fahrt hat sich die Luft schon um etwa zehn Grad erwärmt, was rund 0,1 bar mehr anzeigt — wer dann auf den Sollwert abläßt, fährt anschließend zu weich.
Wenn sich das Messen im warmen Zustand nicht vermeiden lässt, hilft der Fülldruck-Wert dieses Rechners: Er sagt, mit wie viel bar heute gefüllt werden muss, damit bei der Zieltemperatur der gewünschte Druck ansteht.