Reifendruck und Temperatur

Wie weit der Reifendruck fällt, wenn es kälter wird — und mit welchem Druck man bei welcher Temperatur füllt.

2,5 bar bei 20 °C sind bei -10 °C noch 2,14 bar.

Druck bei der neuen Temperatur
2,14 bar
Veränderung
−0,36 bar
Nötiger Fülldruck heute
2,9 bar
Faustzahl je 10 Grad
etwa 0,12 bar je 10 °C
Hinweis
Den Sollwert immer am kalten Reifen herstellen.

Luft im Reifen folgt dem Gasgesetz: Fällt die Temperatur, fällt der Druck, ohne dass ein Molekül verloren geht. Wer im September auf 2,5 bar füllt, fährt im Januar mit deutlich weniger.

Gerechnet wird dabei mit dem absoluten Druck, also mit dem Umgebungsdruck obendrauf — das ist der Grund, warum die Faustzahl von 0,1 bar je zehn Grad nur ungefähr stimmt.

Warum der Manometerwert nicht der ganze Druck ist

Ein Manometer zeigt den Überdruck gegenüber der Umgebung. Im Reifen stehen bei angezeigten 2,5 bar also rund 3,5 bar absolut, und nur diese Zahl darf mit dem Temperaturverhältnis multipliziert werden.

Deshalb verliert ein hoch gefüllter Reifen bei derselben Abkühlung mehr bar als ein schwach gefüllter. Bei 2,0 bar sind es je zehn Grad etwa 0,10 bar, bei 3,5 bar schon 0,15.

Kalt messen heißt wirklich kalt

Die Herstellerangabe im Tankdeckel gilt für den kalten Reifen. Nach zehn Kilometern Fahrt hat sich die Luft schon um etwa zehn Grad erwärmt, was rund 0,1 bar mehr anzeigt — wer dann auf den Sollwert abläßt, fährt anschließend zu weich.

Wenn sich das Messen im warmen Zustand nicht vermeiden lässt, hilft der Fülldruck-Wert dieses Rechners: Er sagt, mit wie viel bar heute gefüllt werden muss, damit bei der Zieltemperatur der gewünschte Druck ansteht.

Häufige Fragen

Hilft Stickstoff gegen den Druckverlust bei Kälte?
Gegen die Temperaturabhängigkeit nicht: Stickstoff ist ein Gas wie Luft und folgt demselben Gesetz. Luft besteht ohnehin zu 78 Prozent aus Stickstoff. Der einzige messbare Vorteil ist die langsamere Diffusion durch die Reifenwand über Monate hinweg.
Wie viel zu wenig Druck ist gefährlich?
Ab etwa 0,5 bar unter dem Sollwert steigen Walkarbeit und Temperatur der Karkasse deutlich, der Verbrauch klettert und der Bremsweg wächst. Genau in diesem Bereich schlägt auch das Kontrollsystem an, das seit 2014 für neue Pkw vorgeschrieben ist.
Muss ich im Winter mehr aufpumpen?
Nicht mehr als die Herstellerangabe, aber öfter kontrollieren. Der Sollwert gilt für den kalten Reifen, und im Winter ist „kalt“ eben kälter — der Reifen braucht dann denselben Manometerwert wie im Sommer, nur muss man ihn nach jedem Kälteeinbruch neu herstellen.

Quellen

Stand der Werte: 2026. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine Steuerberatung.

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