Eine gewichtete Note entsteht, indem jede Teilleistung mit ihrem Gewicht multipliziert und die Summe durch die Summe der Gewichte geteilt wird. Ob die Gewichte in Prozent oder als bloße Verhältniszahlen angegeben sind, spielt keine Rolle — geteilt wird durch ihre Summe.
Der Unterschied zur einfachen Mittelung ist oft größer als erwartet. Vier Noten von 2,0 bis 3,3 ergeben ungewichtet 2,33; zählt die erste doppelt, sind es 2,26 — und bei umgekehrter Gewichtung 2,52.
Wo die Gewichte herkommen
An Hochschulen richtet sich das Gewicht meist nach den Leistungspunkten: Ein Modul mit zehn ECTS zählt doppelt so stark wie eines mit fünf. In der Schule gibt die Fachkonferenz das Verhältnis von schriftlichen zu sonstigen Leistungen vor, häufig 50 zu 50 oder 40 zu 60.
Wichtig ist, dass die Gewichte vor der Leistungserbringung feststehen. Nachträgliche Änderungen sind rechtlich angreifbar, weil sie den Bewertungsmaßstab nach der Prüfung verschieben.
Warum eine schlechte Note oft wenig ausmacht
Bei vier gleich gewichteten Leistungen verschiebt eine einzelne 5,0 statt 2,0 den Schnitt um 0,75 Punkte. Bei acht Leistungen sind es nur noch 0,375 — der Einfluss halbiert sich mit jeder Verdopplung der Anzahl.
Deshalb ist das Nachschreiben einer einzelnen schlechten Arbeit selten die wirksamste Maßnahme. Wer den Schnitt heben will, verbessert eher die Leistung mit dem größten Gewicht, und das ist fast immer die Abschlussprüfung.