Die deutsche Maßeinheit für Tippgeschwindigkeit sind Anschläge je Minute, also einzelne Tastendrücke einschließlich Leerzeichen. International wird in Wörtern je Minute gerechnet, wobei ein „Wort“ definitionsgemäß fünf Anschläge sind — 250 Anschläge entsprechen damit 50 WPM.
In Stellenausschreibungen für Büroberufe stehen häufig 200 Anschläge je Minute als Mindestanforderung. Das entspricht 40 Wörtern und ist mit dem Zehnfingersystem nach einigen Wochen Übung erreichbar.
Warum Fehler doppelt zählen
In den Prüfungen der Wirtschaftsschulen wird je Fehler eine bestimmte Zahl Anschläge abgezogen — häufig zehn oder zwanzig. Der Gedanke dahinter: Ein Fehler kostet nicht nur den Anschlag, sondern auch die Zeit zum Finden und Korrigieren.
Deshalb ist schnelles, fehlerhaftes Tippen in der Praxis langsamer als ruhiges, sauberes. Ab etwa fünf Prozent Fehlerquote wird die Korrekturzeit größer als der Zeitgewinn durch das höhere Tempo.
Was erreichbar ist
Wer mit zwei Fingern sucht, schafft 100 bis 150 Anschläge je Minute. Mit dem Zehnfingersystem sind 200 bis 300 der Normalbereich, geübte Schreibkräfte erreichen 400 und mehr — das sind 80 WPM.
Die Weltrekorde liegen jenseits von 1 000 Anschlägen, allerdings auf optimierten Tastaturbelegungen. Für den Alltag ist die Grenze ohnehin nicht die Hand, sondern das Denken: Wer einen Text formuliert statt abschreibt, tippt selten schneller als 200 Anschläge.