Rindfleisch, in klarer Brühe knapp unter dem Siedepunkt gezogen, mit Apfelkren und Röstkartoffeln nach Wiener Ordnung.
30 Min Vorbereitung · 180 Min Garzeit · 6 Portionen
Foto: RobertK · CC BY-SA 2.5
Portionen
Einheiten
Zutaten
Tafelspitz vom Rind — am Stück1.8 kg
Markknochen500 g
Möhren3
Knollensellerie200 g
Lauch1
Zwiebeln2
Lorbeerblätter2
Schwarze Pfefferkörner10
Geriebener Kren100 g
Äpfel2
Schnittlauch30 g
Kartoffeln800 g
Butter60 g
Salz und Pfeffernach Geschmack
Salz und Gewürze wachsen langsamer mit als der Rest: die doppelte Menge braucht nicht den doppelten Pfeffer.
Gewicht wird in Unzen umgerechnet, Volumen in Tassen. Gramm Mehl werden nicht in Tassen umgerechnet, weil das davon abhängt, wie fest es sitzt.
Nährwerte pro Portion
Beim Grundrezept, aus den Zutaten berechnet — kein Labormesswert.
Kalorien
680 kcal
Eiweiß
58 g
Fett
32 g
Kohlenhydrate
38 g
Das Fleisch kommt in kochendes Wasser, nicht in kaltes. Das Eiweiß an der Oberfläche gerinnt sofort, der Saft bleibt im Stück, die Brühe wird klar — beim Kaltstart ist es genau umgekehrt.
Die Brühe kocht keine Minute. Die Oberfläche darf nur zittern: Jedes Wallen macht das Fleisch faserig und trübt den Ansatz.
Serviert wird in Gängen: erst die Brühe, dann das Fleisch mit seinen Beilagen — das ist Wiener Ordnung, keine Restauranterfindung. Kaiser Franz Joseph aß Tafelspitz fast täglich.
Zubereitung
1
Drei Liter Wasser mit Wurzelgemüse, Lorbeer und Pfefferkörnern aufkochen und das Fleisch ins kochende Wasser geben.
2
Abschäumen und zweieinhalb Stunden knapp unter dem Siedepunkt ziehen lassen, ohne es je aufwallen zu lassen.
3
Die Zwiebeln halbieren und mit der Schnittfläche in der trockenen Pfanne schwarz rösten — sie geben der Brühe Farbe.
4
Die gerösteten Zwiebeln und die Markknochen für die letzte Stunde in den Topf geben.
5
Die Äpfel reiben und mit dem Kren mischen — das ist der Apfelkren, und er entsteht erst kurz vor dem Servieren.
6
Die Kartoffeln kochen, in Scheiben schneiden und in Butter goldbraun rösten.
7
Das Fleisch quer zur Faser aufschneiden, die Brühe getrennt reichen, das Fleisch mit Kren, Kartoffeln und Schnittlauch.
Was das Ergebnis entscheidet
Geschnitten wird streng quer zur Faser und dünn. Längs bleibt das Fleisch auch nach drei Stunden zäh.
Den Apfelkren im letzten Moment anrühren: Nach einer halben Stunde ist der Apfel braun, und der Kren hat fast alle Schärfe verloren.
Gesalzen wird die Brühe erst am Ende. Über drei Stunden konzentriert sie sich — früh gesalzen ist sie versalzen, bevor das Fleisch gar ist.