Wilks-Punkte-Rechner

Berechnet Wilks-Koeffizient und Wilks-Punkte nach der Fassung von 1994 aus Körpergewicht und Dreikampftotal — dazu die Relativkraft, die damit gern verwechselt wird.

Vonaktualisiert

Eigenes Wettkampfgewicht in Kilogramm, zwischen 30 und 300. Aussagekräftig ist der Koeffizient nur im Bereich der Wettkampfklassen; sehr schwere Eingaben lehnt der Rechner ab.

Summe aus Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben — an dieser Summe sind die Koeffizienten angepasst.

Wilks führt für Frauen eine eigene Koeffiziententabelle mit anderen Zahlen.

Koeffizient 0,7494 bei 70 kg Körpergewicht — das ergibt 374,69 Punkte. Die Last entspricht dem 7,14-fachen des eigenen Gewichts.

Wilks-Koeffizient (Fassung 1994)
0,7494
Wilks-Punkte
374,6939
Relativkraft (Total je kg Körpergewicht)
7,1429
Einordnung
Gerechnet wird die Fassung von 1994 — die, mit der ältere Ergebnisse verglichen werden. Seit 2020 gibt es eine zweite Formel des Weltverbands; ihre Punkte sind andere Zahlen, und ein Wert ohne Angabe der Fassung lässt sich mit nichts vergleichen. Die Zeile darunter, Last geteilt durch Körpergewicht, ist eine ganz andere Größe und wird mit den Punkten häufig verwechselt.

Zwei Athleten heben dieselbe Summe von 500 Kilogramm, der eine wiegt 70 kg, der andere 120 kg. Wer von beiden war stärker? Genau dafür gibt es die Wilks-Formel: Sie multipliziert das Total mit einem Koeffizienten, der allein vom Körpergewicht abhängt und im Bereich der Wettkampfklassen mit jedem Kilogramm Eigengewicht kleiner wird. Der Rechner zeigt den Koeffizienten, die Punktzahl und daneben die Relativkraft, die mit den Punkten ständig verwechselt wird.

Gerechnet wird die ursprüngliche Koeffiziententabelle, die üblicherweise als Fassung von 1994 bezeichnet wird — jene Zahlen, mit denen Kraftdreikämpfer jahrzehntelang verglichen wurden und nach denen ältere Bestenlisten bis heute weitergeführt werden. Daneben stehen inzwischen andere Wertungen: Robert Wilks veröffentlichte 2020 überarbeitete Koeffizienten, und der Weltverband IPF wertet seit 2020 mit eigenen GL-Punkten. Eine Wilks-Zahl ohne Angabe der Fassung lässt sich deshalb mit nichts vergleichen — darum steht die Angabe auf dieser Seite an jeder Stelle dabei.

Warum der Koeffizient mit dem Körpergewicht fällt

Hinter dem Koeffizienten steckt ein Polynom fünften Grades im Körpergewicht: Der Rechner teilt 500 durch den Wert dieses Polynoms. Für einen Mann mit 70 kg kommt dabei rund 0,7494 heraus, für 60 kg etwa 0,8529 und für 120 kg nur noch etwa 0,5749. Dasselbe Total von 500 kg ergibt damit 374,7 Punkte beim 70-Kilo-Athleten, 426,4 Punkte beim 60-Kilo-Athleten und 287,5 Punkte beim Schwergewicht. Für Frauen gilt eine eigene Tabelle mit anderen Zahlen: 60 kg Körpergewicht führen dort auf einen Koeffizienten von etwa 1,1149.

Der Grund für den Abfall ist einfach: Absolute Kraft wächst mit der Körpermasse, aber nicht im gleichen Verhältnis. Der Muskelquerschnitt und damit die Kraft skalieren langsamer als das Gewicht, das ein Athlet mitbringt; ein schwerer Heber bewegt fast immer mehr Kilogramm, leistet gemessen an seiner Masse aber nicht zwangsläufig mehr. Das Polynom ist an Wettkampfergebnisse angepasst, bildet also einen beobachteten Zusammenhang ab und kein Naturgesetz — und außerhalb der Wettkampfklassen kippt es. Bei Männern erreicht der Koeffizient um 202 kg mit rund 0,5315 seinen tiefsten Wert und steigt darüber wieder an, bei Frauen schon ab etwa 155 kg: Eine Starterin mit 200 kg käme rechnerisch auf etwa 1,88 und damit höher als eine mit 40 kg (rund 1,49). Noch weiter oben wird der Polynomwert negativ, und der Rechner gibt oberhalb von rund 208 kg bei Frauen und rund 283 kg bei Männern gar kein Ergebnis mehr aus.

Fassung 1994, Wilks-2 und die GL-Punkte des Weltverbands

Die hier verwendeten Koeffizienten stammen aus der ursprünglichen Wilks-Tabelle, die als Fassung von 1994 geführt wird und über Jahrzehnte die verbreitetste Wertung im Kraftdreikampf war. 2020 veröffentlichte Robert Wilks aus neueren Wettkampfdaten hergeleitete Koeffizienten, Wilks-2 genannt; beide Sätze heißen umgangssprachlich schlicht „Wilks“, liefern für dieselbe Person und dieselbe Last aber verschiedene Punktzahlen. Der Weltverband IPF ist ohnehin einen anderen Weg gegangen und wertet seit 2020 mit eigenen GL-Punkten, während viele Verbände auf DOTS umgestellt haben. Wer eine Zahl aus einem Forum, einer alten Urkunde oder einer Ergebnisliste übernimmt, weiß deshalb ohne Zusatzangabe nicht, was er in der Hand hält.

Praktisch heißt das: Vergleichen Sie nur innerhalb einer Fassung. Zwei Ergebnisse nebeneinanderzulegen ist erst dann sinnvoll, wenn beide mit derselben Formel gerechnet wurden — und wenn beide aus derselben Wettkampfklasse stammen, also klassisch oder ausgerüstet. Diese Seite bleibt bewusst bei der Fassung von 1994, weil sich damit historische Bestenlisten und ältere persönliche Rekorde weiterführen lassen. Wollen Sie sich mit einer aktuellen Verbandsrangliste messen, brauchen Sie die Wertung, die dieser Verband heute benutzt; die Zahl von dieser Seite ersetzt sie nicht, sondern beantwortet eine andere Frage.

Relativkraft ist etwas anderes als Punkte

Die Relativkraft ist nichts weiter als die gehobene Last geteilt durch das Körpergewicht: 500 kg bei 70 kg Eigengewicht ergeben das 7,14-Fache. Sie ist leicht zu rechnen und wird gerade deshalb ständig mit Wilks-Punkten verwechselt, obwohl die beiden Maße durchaus zu verschiedenen Siegern führen. Ein Athlet mit 60 kg und 400 kg Total erreicht das 6,67-Fache seines Gewichts, aber nur rund 341 Wilks-Punkte; ein Athlet mit 120 kg und 700 kg Total kommt auf das 5,83-Fache und trotzdem auf etwa 402 Punkte. Der Rechner zeigt beide Werte nebeneinander, damit dieser Unterschied sichtbar bleibt.

Ein zweiter Vorbehalt betrifft die Übung. Die Koeffizienten sind am Dreikampftotal angepasst, also an der Summe aus Kniebeuge, Bankdrücken und Kreuzheben. Der Zusammenhang zwischen Körpergewicht und Leistung sieht bei den einzelnen Disziplinen unterschiedlich aus — Bankdrücken skaliert anders mit dem Körpergewicht als Kreuzheben. Setzen Sie eine einzelne Übung in das Wilks-Polynom ein, erhalten Sie zwar eine Zahl, aber eine deutlich schwächere, die mit den Punkten eines vollständigen Dreikampfs ohnehin nichts zu tun hat. Als Vergleichsmaß zwischen Gewichtsklassen taugt Wilks, als Trainingskennzahl taugt es nicht.

Häufige Fragen

Welche Wilks-Fassung rechnet dieser Rechner?
Die Fassung von 1994 mit den ursprünglichen Koeffizienten. 2020 hat Robert Wilks überarbeitete Koeffizienten veröffentlicht (Wilks-2), die für dieselbe Leistung andere Punkte liefern, und der Weltverband IPF wertet seit 2020 mit eigenen GL-Punkten. Nennen Sie deshalb immer die Fassung, wenn Sie Ihre Punktzahl weitergeben — sonst ist sie nicht vergleichbar.
Warum bekommt ein leichterer Athlet bei gleicher Last mehr Punkte?
Weil der Koeffizient im Bereich der Wettkampfklassen mit dem Körpergewicht sinkt. Bei einem Mann mit 70 kg liegt er um 0,7494, bei 120 kg nur noch um 0,5749. Dieselben 500 kg Total ergeben so einmal rund 375 und einmal rund 288 Punkte. Genau dieser Ausgleich zwischen den Gewichtsklassen ist der Zweck der Formel.
Kann ich Wilks für eine einzelne Übung verwenden?
Rechnen lässt es sich, sinnvoll ist es kaum. Die Koeffizienten sind am Dreikampftotal angepasst, und der Zusammenhang von Körpergewicht und Leistung unterscheidet sich je Disziplin. Ein Wert aus reinem Bankdrücken ist deshalb schwächer zu deuten und mit Dreikampfpunkten nicht vergleichbar.

Quellen

Stand der Werte: 2026. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine Steuerberatung.

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