Ein Total von 500 Kilogramm bedeutet bei 60 Kilogramm Körpergewicht etwas anderes als bei 120. Wertungsformeln lösen das, indem sie das Total mit einem Koeffizienten multiplizieren, der vom Körpergewicht abhängt.
DOTS ist die Formel, die den Wilks-Koeffizienten in vielen Verbänden abgelöst hat. Sie beruht auf einer Auswertung großer Wettkampfdatenbanken und behandelt die leichten und die schweren Klassen ausgewogener als ihr Vorgänger.
Warum kleine Athleten relativ mehr heben
Kraft wächst ungefähr mit dem Querschnitt eines Muskels, also mit dem Quadrat einer Länge; das Körpergewicht wächst mit dem Volumen, also mit der dritten Potenz. Wer doppelt so groß gebaut ist, ist deshalb nicht doppelt so stark, sondern nur etwa das 1,6-fache — bei achtfachem Gewicht.
Daraus folgt, dass leichte Athleten das Vielfache ihres Körpergewichts heben und schwere nicht. Jede Wertungsformel ist der Versuch, genau diese Kurve nachzubilden, und keine trifft sie perfekt.
DOTS gegenüber Wilks
Der Wilks-Koeffizient stammt aus den 1990er Jahren und beruht auf einem damals viel kleineren Datenbestand. Er bevorzugte sehr leichte Heber und benachteiligte das Mittelfeld, was bei internationalen Meisterschaften zunehmend auffiel.
DOTS wurde 2019 aus neueren Daten hergeleitet und benutzt ein Polynom vierten Grades im Körpergewicht. Viele Verbände wechselten darauf; der Weltverband IPF benutzt seit 2020 eine eigene Formel, die GL-Punkte, die für gedrückte und ungedrückte Klassen unterschiedliche Parameter kennt.