Das Einerwiederholungsmaximum ist das Gewicht, das genau einmal sauber bewegt werden kann. Es tatsächlich zu testen ist aufwändig und im Training selten nötig — aus einem Satz mit mehreren Wiederholungen lässt es sich gut genug schätzen.
Die verbreitetsten Formeln stammen von Epley und Brzycki. Bei acht Wiederholungen mit 100 Kilogramm kommt Epley auf 127, Brzycki auf 124 — die Differenz zeigt, dass beide Näherungen sind und keine Messungen.
Wo die Formeln auseinanderlaufen
Bis etwa fünf Wiederholungen liegen Epley und Brzycki dicht beieinander, darüber öffnet sich die Schere. Brzycki wird bei hohen Wiederholungszahlen zunehmend konservativ und bricht bei 37 Wiederholungen rechnerisch zusammen, Epley schätzt dort tendenziell zu hoch.
Praktisch heißt das: Für eine belastbare Schätzung einen Satz mit drei bis sechs Wiederholungen nehmen. Ein Satz mit fünfzehn Wiederholungen sagt mehr über die Ausdauer aus als über die Maximalkraft.
Warum die Übung mitentscheidet
Die Formeln wurden an Grundübungen wie Bankdrücken und Kniebeuge entwickelt. Bei kleinen Muskelgruppen — Bizepscurls, seitliches Heben — überschätzen sie das Maximum, weil dort mehr Wiederholungen bei gleichem relativem Gewicht möglich sind.
Auch die Technik zählt: Wer bei Wiederholung acht ins Schwungholen gerät, hat keinen Achter-Satz gemacht. Die Schätzung gilt nur für saubere, kontrollierte Wiederholungen bis zum tatsächlichen Versagen.