Die VO2max ist die größte Menge Sauerstoff, die der Körper unter Belastung aufnehmen und verwerten kann, angegeben in Millilitern je Kilogramm und Minute. Sie ist der am besten belegte Einzelwert für die Ausdauerleistung — und einer der stärksten Vorhersagewerte für die Lebenserwartung überhaupt.
Exakt gemessen wird sie in der Spiroergometrie mit Atemmaske. Ohne Labor lässt sie sich aus einem Lauftest schätzen: Der Cooper-Test misst die Strecke in zwölf Minuten und rechnet sie über eine lineare Formel um.
Die drei Wege im Vergleich
Der Cooper-Test ist der bekannteste und braucht nur eine Bahn und eine Uhr, verlangt aber eine ehrliche Ausbelastung über zwölf Minuten. Wer zu langsam startet oder einbricht, unterschätzt sich deutlich.
Die Schätzung über den Ruhepuls nach Uth und Sørensen kommt ganz ohne Belastung aus: Sie multipliziert das Verhältnis von maximaler zu Ruheherzfrequenz mit 15,3. Sie ist bequem und ungenauer, weil der Ruhepuls von Schlaf, Kaffee und Stress abhängt.
Was der Wert bedeutet und was nicht
Untrainierte Erwachsene liegen typischerweise zwischen 30 und 40 ml/kg/min, gut trainierte Freizeitsportler zwischen 45 und 55, Ausdauerprofis über 70. Frauen liegen bei gleichem Trainingszustand etwa zehn Prozent niedriger, was am höheren Körperfettanteil und der geringeren Hämoglobinmenge liegt.
Ab etwa dreißig sinkt die VO2max ohne Training um rund ein Prozent im Jahr — der Rückgang ist aber nicht schicksalhaft. Ausdauertraining kann ihn über Jahrzehnte aufhalten, und die größten Zuwächse erzielen die untrainiertesten Menschen.