Wer visumfrei in den Schengen-Raum einreist, darf sich höchstens 90 Tage innerhalb von 180 Tagen dort aufhalten. Entscheidend ist, dass das Fenster gleitet: Für jeden Tag wird zurückgeschaut, wie viele Aufenthaltstage in den vorangegangenen 180 Tagen liegen.
Es gibt also keinen festen Zeitraum, der irgendwann „neu beginnt“. Ein Tag fällt genau 180 Tage nach seinem Datum aus der Rechnung heraus und gibt dann wieder einen Tag frei.
Ein- und Ausreisetag zählen beide
Der Tag der Einreise ist der erste Aufenthaltstag, der Tag der Ausreise der letzte — auch wenn man am Morgen fliegt. Ein Wochenendtrip von Freitag bis Sonntag verbraucht deshalb drei Tage, nicht zwei.
Gezählt werden Kalendertage im gesamten Schengen-Raum, nicht je Land. Vier Tage Frankreich und drei Tage Italien sind sieben verbrauchte Tage, egal wie oft die Binnengrenze überschritten wurde.
Was nicht mitzählt
Aufenthalte mit nationalem Visum oder Aufenthaltstitel eines Schengen-Staates fallen nicht unter die Regel; sie werden gesondert behandelt. Ebenso wenig zählen Tage in Ländern, die zwar zur EU, aber nicht zum Schengen-Raum gehören.
Seit der Einführung des Einreise-/Ausreisesystems werden die Grenzübertritte elektronisch erfasst. Die Rechnung, die früher am Stempel hing, führt jetzt das System — mit dem Ergebnis, dass Überschreitungen zuverlässig auffallen.