Die Caesar-Verschlüsselung ersetzt jeden Buchstaben durch den, der eine feste Zahl von Stellen weiter im Alphabet steht. Bei Verschiebung drei wird aus A ein D — das Verfahren ist nach Julius Caesar benannt, der es für militärische Botschaften nutzte.
Sicher ist daran nichts: Es gibt nur 25 mögliche Schlüssel, und die lassen sich in Sekunden alle durchprobieren. Als Spielerei, als Rätsel und zum Verstecken von Spoilern ist es dagegen bis heute in Gebrauch.
ROT13 ist ein Sonderfall
Bei einer Verschiebung um 13 ist Ver- und Entschlüsseln dieselbe Operation, weil das lateinische Alphabet 26 Buchstaben hat und 13 genau die Hälfte ist. Zweimal angewendet ergibt sich wieder der Ausgangstext.
Deshalb wurde ROT13 in Diskussionsforen üblich, um Pointen und Lösungen zu verbergen: Ein einziger Befehl macht es lesbar, und niemand liest es versehentlich mit. Als Verschlüsselung war es nie gedacht.
Wie das Knacken funktioniert
Im Deutschen ist das E mit über sechzehn Prozent der häufigste Buchstabe, gefolgt von N, I, S und R. Wer im verschlüsselten Text den häufigsten Buchstaben findet und annimmt, dass er für E steht, hat den Schlüssel meist beim ersten Versuch.
Der Rechner prüft zusätzlich alle 25 Möglichkeiten gegen die deutsche Buchstabenverteilung und nennt die beste. Bei sehr kurzen Texten versagt das Verfahren — dort hilft nur, die Liste selbst durchzusehen.