Die deutsche und die englische Umschrift kyrillischer Namen unterscheiden sich erheblich, weil beide die Laute mit den Mitteln der eigenen Sprache nachbilden. Aus Щ wird im Deutschen schtsch, im Englischen shch — dasselbe Zeichen, zwei völlig verschiedene Folgen.
Deshalb schreibt sich derselbe Name als Tschaikowski oder Tchaikovsky, als Chruschtschow oder Khrushchev. Keine der beiden Formen ist falsch; falsch ist nur, sie zu mischen.
Die wichtigsten Unterschiede
Ж wird im Deutschen zu sch, im Englischen zu zh. Х wird zu ch beziehungsweise kh, Ц zu z beziehungsweise ts, und das В am Wortende zu w statt v. Bei Ю und Я steht ju und ja gegen yu und ya.
Besonders auffällig ist das С: Zwischen Vokalen wird es im Deutschen zu ss geschrieben, damit es stimmlos bleibt — aus Василий wird Wassili, nicht Wasili. Das Englische braucht diese Regel nicht.
Umschrift ist nicht Transliteration
Die Umschrift bildet den Klang für Leser der Zielsprache nach und ist deshalb sprachabhängig. Die wissenschaftliche Transliteration nach ISO 9 bildet dagegen Zeichen auf Zeichen ab und ist umkehrbar — dort wird Щ zu ŝ, was niemand aussprechen kann, aber eindeutig zurückführt.
In Ausweispapieren gilt wieder ein drittes System: Russische Pässe verwenden seit 2013 eine an das Englische angelehnte Umschrift. Deshalb steht im Pass oft eine andere Schreibweise als in deutschen Zeitungen.