Die Häufigkeitsverteilung eines Textes zeigt, worum er wirklich kreist — und was sich unbeabsichtigt wiederholt. In fast jedem Text stehen die Funktionswörter ganz oben: der, die, und, in. Erst nach ihnen wird es interessant.
Deshalb lassen sich diese Wörter hier ausblenden. Was danach übrig bleibt, ist der inhaltliche Kern — und meist auch die Stelle, an der ein Wort zu oft vorkommt.
Wortvielfalt als Maß
Das Verhältnis verschiedener Wörter zur Gesamtzahl heißt Type-Token-Ratio. Es sinkt mit der Textlänge automatisch, weil sich Wörter irgendwann wiederholen müssen — Werte zweier Texte sind deshalb nur bei ähnlicher Länge vergleichbar.
Ein Anteil einmalig verwendeter Wörter von über der Hälfte spricht für einen abwechslungsreichen Text. Fällt er deutlich darunter, wiederholt sich etwas; ob das stört, entscheidet die Textsorte — in einer Bedienungsanleitung ist Wiederholung ein Vorzug.
Was das für Webtexte bedeutet
Die früher verbreitete Vorstellung einer optimalen Keyword-Dichte ist überholt: Suchmaschinen erkennen Themen längst über Zusammenhänge und nicht über Zählungen. Ein Wort mit über drei Prozent Anteil fällt trotzdem auf — meist als schlechter Stil, nicht als Optimierung.
Nützlicher ist der Blick auf das, was fehlt. Wenn ein Text über Mietrecht das Wort Kündigungsfrist nie enthält, ist das ein inhaltlicher Hinweis, den keine Dichteberechnung liefert.