Eine SMS fasst 160 Zeichen, weil das GSM-Alphabet mit sieben Bit je Zeichen auskommt und 140 Byte genau 160 Septette ergeben. Kommt ein einziges Zeichen vor, das dieses Alphabet nicht kennt, wechselt die ganze Nachricht auf UCS-2 — und fasst nur noch 70.
Für deutsche Texte ist das erfreulich: ä, ö, ü, ß und die großen Umlaute stehen im GSM-Alphabet und kosten nichts extra. Teuer wird es an anderer Stelle, nämlich bei den typografischen Anführungszeichen und beim Gedankenstrich.
Was eine Nachricht halbiert
Die häufigste Ursache ist die Autokorrektur. Wer den Text in Word schreibt, bekommt aus geraden Anführungszeichen die typografischen „ und “, und aus dem Bindestrich zwischen Wörtern den Halbgeviertstrich –. Keines dieser drei Zeichen steht im GSM-Alphabet, und schon fällt die Grenze von 160 auf 70.
Ebenso wirken Emojis, das Auslassungszeichen … und das geschützte Leerzeichen, das man beim Kopieren aus dem Browser mitnimmt, ohne es zu sehen. Der Rechner nennt jedes dieser Zeichen einzeln, damit man es gezielt ersetzen kann.
Warum lange Nachrichten weniger als 160 Zeichen je Teil haben
Passt der Text nicht in eine SMS, wird er in Teile zerlegt, die das Empfängergerät wieder zusammensetzt. Dafür trägt jeder Teil einen kleinen Kopf mit der Nummer, und der kostet sechs Septette — es bleiben 153 Zeichen je Teil statt 160, bei UCS-2 entsprechend 67 statt 70.
Abgerechnet wird nach Teilen. Eine Nachricht mit 161 Zeichen kostet also doppelt, und ein einziges typografisches Anführungszeichen in einem Text von 150 Zeichen macht aus einer SMS drei.