Auftauen im Kühlschrank ist die sicherste Methode und die langsamste: Geflügel braucht dort rund zehn Stunden je Kilogramm, ein Braten etwa acht. Ein Hähnchen von anderthalb Kilo steht damit über Nacht im Kühlschrank.
In kaltem Wasser geht es etwa dreimal schneller, weil Wasser die Wärme viel besser überträgt als Luft. Wichtig ist, dass das Lebensmittel dabei in einem dichten Beutel liegt und das Wasser alle dreißig Minuten gewechselt wird.
Warum Auftauwasser nicht ins Spülbecken darf
Beim Auftauen von rohem Geflügel tritt Flüssigkeit aus, die Campylobacter und Salmonellen enthalten kann. Diese Keime verteilen sich durch Spritzer im Umkreis von mehr als einem Meter — deshalb gehört das Auftauwasser direkt in den Ausguss und die Spüle danach gereinigt.
Aus demselben Grund rät das Bundesinstitut für Risikobewertung davon ab, Geflügel vor der Zubereitung abzuwaschen. Was an Keimen auf der Oberfläche ist, wird beim Braten ohnehin abgetötet; das Spritzwasser dagegen bleibt in der Küche.
Auftauen bei Raumtemperatur ist die riskante Variante
Während das Innere noch gefroren ist, erwärmt sich die Oberfläche bereits auf zwanzig Grad und mehr — genau der Bereich, in dem Bakterien sich am schnellsten vermehren. Bei einem großen Stück dauert das mehrere Stunden.
Vertretbar ist die Methode nur bei Brot und Backwaren, wo keine Keimvermehrung droht. Bei allem tierischen Ursprungs gehört das Auftauen in den Kühlschrank oder ins kalte Wasser.