Läuterzucker ist Zucker in Wasser, und das Verhältnis entscheidet über alles Weitere: Süße, Zähflüssigkeit, Haltbarkeit. Angegeben wird es üblicherweise nach Gewicht, nicht nach Volumen.
Der Brix-Wert übersetzt dasselbe in eine Zahl, die auch Winzer und Konditoren benutzen: Er ist der Zuckeranteil am Gesamtgewicht in Prozent.
Einfach, reich, leicht
1:1 ist der Standard für Cocktails und Limonade: 50 Brix, gut dosierbar, hält im Kühlschrank etwa einen Monat. 2:1 ist deutlich süßer und zäher, hält dafür ein halbes Jahr — Zucker ist sein eigenes Konservierungsmittel.
1:2 ist dünn und schnell verderblich, dafür lässt es sich in kalte Getränke rühren, ohne sie zu übersüßen. Für Sorbet ist es zu dünn, für Eistee genau richtig.
Warum der Siedepunkt steigt
Gelöster Zucker hindert Wassermoleküle am Verdampfen, deshalb kocht Zuckerwasser über hundert Grad. Bei 50 Brix sind es etwa 102 Grad, bei 80 Brix schon über 110.
Konditoren nutzen das umgekehrt: Wer die Temperatur misst, weiß, wie weit der Sirup eingekocht ist. 114 Grad sind weiche Kugel, 121 harte Kugel, 154 Karamellbruch — der Thermometer ersetzt das Probieren.