Der Rechner beantwortet die Frage, mit der man vor dem Holzhändler steht: wie viele Bretter, wie viele Laufmeter, wie viel Kubikmeter und was kostet das. Maßgebend ist dabei nicht die Brettbreite allein, sondern das Verlegemaß aus Breite plus Fuge. Bei 120 mm breiten Brettern und 5 mm Fuge deckt jede Reihe 125 mm ab; für 20 m² sind das 160 Laufmeter und nicht 167, wie es ohne Fuge wäre.
Weniger geläufig ist der zweite Punkt: Der Kubikmeter wird auf das Nennmaß gerechnet, also auf die Dicke, die in der Preisliste steht. Ein gehobeltes Brett mit dem Nennmaß 28 mm misst nachgemessen ein paar Millimeter weniger. Die Normen des DIN — Deutsches Institut für Normung — und der ISO — Internationale Organisation für Normung — beziehen Nennmaße zusätzlich auf eine festgelegte Bezugsfeuchte. Der Rechner bleibt deshalb bewusst beim Nennmaß: Es ist die Zahl, die auf der Rechnung landet.
Die Fuge ist kein Rest, sondern ein Maß
Holz quillt quer zur Faser um ein Vielfaches dessen, was es in Längsrichtung tut. Wird ohne Fuge verlegt, drückt jedes Brett nach dem ersten Regen gegen seine Nachbarn, und die Fläche wölbt sich auf, weil die Spannung nirgends hin kann. Die Fuge ist deshalb Teil des Verlegemaßes und nicht der Rest, der übrig bleibt. Genau hier entsteht der häufigste Eingabefehler: Wer nur die Brettbreite einträgt und die Fuge auf null lässt, rechnet sich für 20 m² auf 167 statt 160 Laufmeter hoch und kauft am Ende 46 Bretter, wo 44 gereicht hätten.
Wie breit die Fuge sein soll, hängt davon ab, wie feucht das Holz ankommt. Frisch geliefertes, noch schweres Nadelholz schwindet nach dem Einbau und öffnet die Fuge von selbst — hier wird enger gelegt. Trockenes Hartholz nimmt umgekehrt Feuchte auf, also lieber großzügiger. Draußen sind 5 bis 8 mm die übliche Spanne; breite Bretter brauchen mehr als schmale, weil die Bewegung proportional zur Breite ist. Im Innenraum mit Nut und Feder gibt es keine sichtbare Fuge: Dort tragen Sie 0 ein und als Breite die Deckbreite ohne Feder, sonst fehlen am Ende ein paar Zentimeter je Reihe.
Nennmaß, Istmaß und die Zahl auf der Rechnung
Der Kubikmeter ist die Einheit, in der der Handel Schnittholz bepreist, und er entsteht aus Nennbreite mal Nenndicke mal Länge. Ein sägeraues Brett hält sein Nennmaß ungefähr ein; ein gehobeltes verliert beim Hobeln zwei bis drei Millimeter Dicke, behält aber die Bezeichnung. Bei 28 mm Nennmaß sind das sieben bis elf Prozent des Volumens, für das Sie zahlen und das als Späne beim Hersteller geblieben ist. Das ist keine Unregelmäßigkeit, sondern die Rechenbasis der ganzen Preisliste — man muss nur wissen, dass die Zahl im Feld Brettdicke aus dem Prospekt kommt und nicht vom Messschieber.
Der zweite Punkt betrifft den Bezug: Der Kubikmeter zählt die gekauften Bretter, nicht die verlegte Fläche. Im Beispiel mit 20 m², 120 × 28 mm, 4 m Länge und 10 % Verschnitt sind das 44 Bretter, also 0,591 m³ und bei 800 € je Kubikmeter rund 473 €. Der Verschnitt steckt damit bereits im Volumen und im Preis. Die ausgewiesenen 160 Laufmeter sind dagegen der reine Bedarf für die Fläche, ohne Zugabe. Wer ein Händlerangebot je Laufmeter oder je Quadratmeter danebenlegt, sollte diese beiden Bezugsgrößen nicht vermischen.
Verschnitt setzt voraus, dass Reste weiterlaufen
Zehn Prozent sind ein brauchbarer Wert für ein glattes Rechteck, bei dem jede Reihe durchläuft. Sobald ein Baum, ein Lichtschacht oder eine schräge Hauskante im Weg steht, greift man zu fünfzehn Prozent und mehr; diagonale Verlegung liegt noch darüber, weil an beiden Enden jeder Reihe ein Winkelschnitt anfällt. Ungünstig wird es außerdem, wenn die Tiefe der Fläche kein Vielfaches der Brettlänge ist: Aus 4-m-Brettern bleibt auf einer 5 m tiefen Terrasse je Reihe ein 1-m-Stück, und davon wird selten alles verbaut.
Genau da liegt die Annahme des Rechners: Er teilt die Laufmeter samt Zuschlag durch die Brettlänge und rundet auf ganze Bretter auf, unterstellt also, dass Abschnitte in der nächsten Reihe weiterlaufen dürfen. Soll jede Reihe aus einem ungeteilten Brett bestehen, ist die Zahl der Reihen die Untergrenze — bei 20 m² und 4-m-Brettern sind das 40 Reihen für eine 5 m breite und 4 m tiefe Fläche. Der Reihenwert geht davon aus, dass die Tiefe der Fläche der Brettlänge entspricht; bei anderem Zuschnitt ist er eine Orientierung und keine Stückliste.