Schnee wiegt je nach Beschaffenheit sehr unterschiedlich: Ein Kubikmeter lockerer Neuschnee bringt rund hundert Kilogramm auf die Waage, nasser Altschnee vierhundert, Firn sechshundert. Zwanzig Zentimeter Nassschnee wiegen damit so viel wie achtzig Zentimeter Pulverschnee.
Auf geneigten Dächern rutscht ein Teil ab, und die zur Fläche senkrechte Komponente wird kleiner. Über etwa sechzig Grad Neigung bleibt praktisch kein Schnee mehr liegen — deshalb sind Kirchtürme und Alpenhäuser steil gebaut.
Wofür ein Dach ausgelegt ist
Die Regelschneelast nach DIN EN 1991-1-3 hängt von der Schneelastzone und der Geländehöhe ab. In Zone 2 auf 200 Metern über Normalnull sind das rund 0,85 Kilonewton je Quadratmeter — etwa 85 Kilogramm.
Diese Zahl ist der Wert, mit dem der Statiker gerechnet hat, und sie enthält bereits Sicherheiten. Kritisch wird es, wenn ein Winter deutlich darüber liegt oder wenn Schnee sich in Kehlen und hinter Aufbauten zu Verwehungen türmt.
Wann geräumt werden muss
Als Faustregel gilt: Räumen, wenn die berechnete Last die Regellast der Zone erreicht. Das ist bei Nassschnee schon ab etwa zwanzig Zentimetern der Fall, bei Pulverschnee erst bei achtzig.
Gefährlicher als die Fläche sind Verwehungen an höheren Bauteilen und in Dachkehlen: Dort liegt oft das Doppelte. Flachdächer und Wintergärten sind besonders empfindlich, weil dort nichts abrutscht.