Estrich wird nach Fläche und Dicke berechnet: Ein Quadratmeter Zementestrich braucht je Zentimeter Dicke rund zwanzig Kilogramm Trockenmischung. Bei sechs Zentimetern sind das 120 Kilogramm je Quadratmeter.
Die Dicke ist keine freie Wahl. Auf Dämmung schreibt die Norm für Zementestrich mindestens 45 Millimeter vor, bei Fußbodenheizung mindestens 45 Millimeter über der Rohroberkante — sonst reißt die Platte unter Last.
Warum die Trockenzeit länger dauert als gedacht
Zementestrich braucht als Faustregel eine Woche je Zentimeter für die ersten vier Zentimeter, danach quadratisch mehr. Sechs Zentimeter sind also nicht sechs Wochen, sondern acht — und das nur bei guter Belüftung und normaler Raumtemperatur.
Entscheidend ist nicht das Kalenderdatum, sondern die Restfeuchte. Vor dem Verlegen von Parkett oder Fliesen wird sie mit dem CM-Gerät gemessen: unter zwei Prozent bei Zementestrich, unter 0,5 bei Calciumsulfat.
Welcher Estrich wofür
Zementestrich ist feuchtigkeitsunempfindlich und damit die Wahl für Bad, Keller und Außenbereich. Calciumsulfat-Fließestrich lässt sich dünner einbauen, leitet Wärme besser und eignet sich deshalb gut für Fußbodenheizung — verträgt aber keine dauerhafte Nässe.
Trockenestrich aus Platten kommt ohne Trocknungszeit aus und ist bei Altbausanierung und niedriger Aufbauhöhe oft die einzige praktikable Lösung. Er trägt weniger Last und ist bei punktuellen Belastungen empfindlicher.