Der U-Wert sagt, wie viel Wärme durch einen Quadratmeter Bauteil bei einem Grad Temperaturunterschied verloren geht. Je kleiner er ist, desto besser dämmt das Bauteil — eine ungedämmte Ziegelwand liegt bei etwa 1,4, eine gedämmte bei 0,2.
Die Dämmwirkung folgt aus der Dicke geteilt durch die Wärmeleitfähigkeit. Ein Dämmstoff mit Lambda 0,035 bringt je Zentimeter also mehr als einer mit 0,045 — bei gleicher Dicke rund dreißig Prozent.
Warum die ersten Zentimeter am meisten bringen
Der U-Wert ist der Kehrwert der aufsummierten Widerstände. Die ersten sechs Zentimeter Dämmung auf einer ungedämmten Wand senken ihn von 1,4 auf etwa 0,45 — die nächsten sechs nur noch auf 0,27.
Deshalb ist die Frage selten „dämmen oder nicht“, sondern „wie dick“. Der Sprung von zwölf auf sechzehn Zentimeter kostet wenig zusätzliches Material, weil Gerüst, Putz und Arbeitszeit ohnehin anfallen.
Was das Gebäudeenergiegesetz verlangt
Wird bei einer Sanierung mehr als zehn Prozent eines Bauteils erneuert, gelten die Grenzwerte des GEG: 0,24 W/(m²·K) für Außenwand und Dach, 0,30 für die Kellerdecke. Diese Werte sind Mindestanforderungen, keine Empfehlung.
Für Förderungen liegt die Latte höher: Die Bundesförderung für effiziente Gebäude verlangt bei Außenwänden 0,20 und bei Dächern 0,14. Wer ohnehin dämmt, erreicht diese Werte meist mit vier bis sechs Zentimetern mehr.