Ein Mensch atmet in Ruhe rund 20 Liter Kohlendioxid je Stunde aus. Damit die Konzentration im Raum unter 1 000 ppm bleibt — dem Wert, ab dem die Luft als verbraucht gilt —, braucht es etwa 30 Kubikmeter Frischluft je Person und Stunde.
Bei einem Schlafzimmer von 20 Quadratmetern und 2,5 Metern Höhe sind das 50 Kubikmeter Raumvolumen. Zwei Personen brauchen 60 Kubikmeter je Stunde — die Luft muss also gut einmal pro Stunde vollständig ausgetauscht werden.
Warum gekippte Fenster nicht lüften
Durch ein gekipptes Fenster strömt nur ein Bruchteil der Luft eines weit geöffneten: Die Öffnung ist klein und der Luftaustausch träge. Um denselben Effekt zu erreichen, muss es zehn- bis fünfzehnmal so lange offen stehen.
In dieser Zeit kühlt die Fensterlaibung stark aus, und genau dort schlägt sich Feuchtigkeit nieder. Das gekippte Fenster im Winter ist deshalb der klassische Weg zu Schimmel in der Fensterecke, bei gleichzeitig hohen Heizkosten.
Was der CO₂-Gehalt aussagt
Frische Außenluft liegt bei etwa 420 ppm. Bis 1 000 ppm gilt die Raumluft als hygienisch unbedenklich, zwischen 1 000 und 2 000 als auffällig, darüber als inakzeptabel — die Werte stammen aus der Pettenkofer-Zahl von 1858 und stehen heute in den Leitlinien des Umweltbundesamts.
Ein einfaches CO₂-Messgerät ist deshalb der zuverlässigere Lüftungshinweis als jede Zeitregel: Es zeigt an, wann tatsächlich gelüftet werden muss, und das hängt von Personenzahl, Raumgröße und Dichtheit des Gebäudes ab.