Ein Speicher wird nicht auf den Tagesverbrauch ausgelegt, sondern auf den Spitzenbedarf: Es muss reichen, wenn morgens alle nacheinander duschen. Als Richtwert gelten 30 bis 50 Liter je Person, mit Badewanne mehr.
Dabei zählt nicht die Speichermenge, sondern das Mischwasser: 100 Liter mit 60 Grad ergeben mit kaltem Wasser gemischt rund 167 Liter Duschwasser mit 40 Grad. Deshalb reicht ein kleinerer Speicher, als der reine Verbrauch vermuten lässt.
Warum 60 Grad und nicht weniger
Legionellen vermehren sich zwischen 25 und 45 Grad und sterben ab etwa 60 Grad zuverlässig ab. Das DVGW-Arbeitsblatt W 551 schreibt für Anlagen über 400 Liter Speicher oder mit langen Leitungen deshalb 60 Grad am Speicheraustritt vor.
In einem Einfamilienhaus mit kleinem Speicher und kurzen Wegen ist die Gefahr gering, und viele Hersteller erlauben 50 Grad. Wer die Temperatur senkt, spart Bereitschaftsverluste, sollte aber die Leitungswege kennen — stehendes lauwarmes Wasser ist der eigentliche Risikofaktor.
Bereitschaftsverluste sind der stille Posten
Ein Speicher hält die Temperatur rund um die Uhr und verliert dabei je nach Dämmung ein bis zwei Kilowattstunden am Tag. Über ein Jahr sind das 350 bis 700 Kilowattstunden — bei 35 Cent zwischen 120 und 245 Euro, ohne dass ein Liter gezapft wurde.
Deshalb ist ein zu großer Speicher teurer als ein knapp bemessener. Bei Durchlauferhitzern entfällt dieser Posten ganz, dafür ist die Anschlussleistung mit 18 bis 27 Kilowatt so hoch, dass sie den Hausanschluss bestimmt.