Die Dachfläche ist größer als die Grundfläche, und zwar um den Faktor eins geteilt durch den Kosinus der Neigung. Bei vierzig Grad sind das rund dreißig Prozent mehr, bei fünfundvierzig Grad gut vierzig.
Deshalb reicht es nicht, die Hausmaße zu nehmen. Ein Haus mit zehn mal acht Metern hat achtzig Quadratmeter Grundfläche, aber bei vierzig Grad Neigung rund 104 Quadratmeter Dach — und damit ein Viertel mehr Material.
Warum die Ziegelzahl so stark schwankt
Große Pfannenziegel wie die Frankfurter Pfanne brauchen rund zehn Stück je Quadratmeter, Flachdachziegel zwölf bis vierzehn. Biberschwänze in Doppeldeckung dagegen 36 — sie sind klein und überlappen sich dreifach.
Die Zahl hängt außerdem am Lattenabstand, den der Hersteller je nach Dachneigung vorgibt. Bei flacher Neigung wird die Überdeckung größer, der Abstand kleiner und die Stückzahl steigt.
Mindestdachneigung und was darunter passiert
Jeder Ziegeltyp hat eine Regeldachneigung, unterhalb derer der Hersteller keine Regensicherheit garantiert — bei Pfannenziegeln meist 22 Grad. Darunter ist ein zusätzliches wasserführendes Unterdach nötig, nicht nur eine Unterspannbahn.
Die Eindeckung selbst ist bei geneigten Dächern nie dicht im Sinne einer Abdichtung: Sie leitet Wasser ab. Was durch Wind hineingedrückt wird, fängt die Unterdeckung auf — deshalb ist sie kein optionales Extra.