Kleinkläranlagen werden nach Einwohnerwerten bemessen, abgekürzt EW. Ein Einwohnerwert entspricht dem Abwasser einer Person, gerechnet mit 150 Litern am Tag — unabhängig davon, ob im Haushalt sparsamer gelebt wird.
Die Mindestgröße liegt bei vier Einwohnerwerten, auch wenn nur zwei Personen im Haus wohnen. Der Grund ist die biologische Stabilität: Zu kleine Anlagen kommen mit Lastschwankungen nicht zurecht, etwa wenn Besuch da ist oder jemand verreist.
Drei Bauarten und was sie leisten
Eine Mehrkammerausfaulgrube reinigt nur mechanisch: Feststoffe setzen sich ab, der Rest läuft weiter. Seit 2015 ist sie als alleinige Anlage nicht mehr zulässig, weil sie die Anforderungen an die Ablaufqualität nicht erfüllt.
Vollbiologische Anlagen ergänzen eine belüftete Stufe, in der Bakterien die gelösten Stoffe abbauen. Sie erreichen die Reinigungsklasse C und höher und sind heute der Standard. Eine abflusslose Sammelgrube reinigt gar nicht, sie speichert nur — und muss entsprechend oft geleert werden.
Warum die Sammelgrube so teuer ist
Vier Personen produzieren 600 Liter Abwasser am Tag, also gut 18 Kubikmeter im Monat. Eine Sammelgrube müsste bei zweimonatlicher Abfuhr rund 36 Kubikmeter fassen, und jede Leerung kostet je nach Region 30 bis 60 Euro je Kubikmeter.
Deshalb ist sie nur dort sinnvoll, wo kein Vorfluter für den Ablauf zur Verfügung steht und keine Versickerung möglich ist. In allen anderen Fällen amortisiert sich eine vollbiologische Anlage binnen weniger Jahre.