Kapazitätsplanung-Rechner

Wie viele Anlagen und Stunden eine Stückzahl braucht – mit Ausschuss, Verfügbarkeit und Zeitreserve.

Vonaktualisiert

Die Menge, die am Ende verkaufsfähig sein muss. Den Ausschuss schlägt der Rechner selbst auf.

Die Zeit, die ein einzelnes Stück die Anlage belegt. Fertigt ein Zyklus mehrere Teile, die Zykluszeit durch deren Anzahl teilen.

16 Stunden sind zwei Schichten. Steht die Anlage in den Pausen, hier schon abziehen – oder bei der Verfügbarkeit, aber nicht zweimal.

20 ist der Monatsdurchschnitt. Für ein Quartal die tatsächlichen Tage abzüglich Feiertagen und Betriebsruhe.

Anteil der gestarteten Teile, die am Ende nicht verkaufsfähig sind. Nacharbeit gehört nicht dazu. Zulässig sind null bis knapp unter hundert Prozent.

Anteil der Betriebszeit, in dem tatsächlich produziert werden kann. 85 % sind üblich, bei häufigem Umrüsten eher 60 %. Nicht die Gesamtanlageneffektivität eintragen.

Für 9.500 gute Teile müssen 10.000 anlaufen. Das kostet 500 Maschinenstunden bei 272 verfügbaren je Anlage — 2 Anlagen.

Zu startende Menge
10.000
Benötigte Maschinenstunden
500
Verfügbare Stunden je Anlage
272
Benötigte Anlagen
rechnerisch 1,84 — gebraucht werden 2, denn halbe Anlagen gibt es nicht
Zeitreserve
44 Stunden bleiben übrig, die 2 Anlagen sind also zu 91,91 Prozent ausgelastet

9.500 gute Teile bei drei Minuten Taktzeit, fünf Prozent Ausschuss, 16 Betriebsstunden an 20 Tagen und 85 Prozent Verfügbarkeit: Der Rechner kommt auf 10.000 zu startende Stück, 500 benötigte Maschinenstunden und 272 verfügbare Stunden je Anlage. Das sind 1,84 Anlagen – gebraucht werden also zwei, ausgelastet zu 91,9 Prozent, mit 44 Stunden Reserve im Zeitraum.

Die eine Zahl, an der die meisten solcher Rechnungen scheitern, ist der Ausschuss. Er wird geteilt, nicht addiert: Für 100 gute Teile bei fünf Prozent Ausschuss starten Sie 100 geteilt durch 0,95, also 105,26 Stück – nicht 105. Bei zwanzig Prozent sind es 125 statt 120. Der nötige Aufschlag wächst schneller als der Ausschussanteil selbst, und auf 9.500 Teile macht das bei zwanzig Prozent schon 475 Stück Unterschied.

Ausschuss wird geteilt, nicht aufgeschlagen

Der Fehler steckt in der Richtung der Rechnung. Ausschuss fällt an den gestarteten Teilen an, nicht an den fertigen. Gesucht ist also die Menge, von der nach Abzug der schlechten Stücke genau die Nachfrage übrig bleibt – und das ist eine Division. Wer stattdessen die Nachfrage um den Ausschussanteil erhöht, bezieht den Prozentsatz auf die falsche Größe. Mit 9.500 als Ziel und fünf Prozent Ausschuss ergibt der Aufschlag 9.975 Starts, und davon sind 9.476 gut. Vierundzwanzig Teile fehlen, und sie fehlen am Ende des Zeitraums, wenn keine Zeit mehr ist, sie nachzuschieben.

Bei kleinen Quoten bleibt die Lücke klein, bei großen wird sie teuer: Zehn Prozent Ausschuss verlangen 111,11 statt 110 Starts je hundert gute Teile, fünfzig Prozent verlangen 200 statt 150. Ebenso wichtig ist, welche Quote Sie überhaupt eintragen. Gemeint ist der Anteil der gestarteten Teile, die am Ende nicht verkaufsfähig sind. Nacharbeit gehört nicht dazu – sie verbraucht Zeit, kein Material. Wer sie als Ausschuss bucht, plant zu viel Material ein – und die Zeit trotzdem falsch: Nachgearbeitete Teile belegen die Anlage ein zweites Mal, und diese Stunden gehören in die Verfügbarkeit. Der Rechner nimmt Werte von null bis knapp unter hundert Prozent; bei hundert gäbe es kein Ergebnis, weil dann kein Start je ein gutes Teil ergäbe.

Wo die verfügbaren Stunden verschwinden

85 Prozent Verfügbarkeit heißen: Von den 320 Betriebsstunden des Zeitraums kann die Anlage 272 wirklich produzieren, die übrigen 48 gehen für Umrüsten, Störungen und geplante Wartung drauf. Für eine Anlage, die selten auf ein anderes Teil umgestellt wird, sind 85 Prozent ein üblicher Wert. Ein Bearbeitungszentrum mit mehreren Umrüstvorgängen am Tag liegt eher bei 60 – dann stehen statt 272 nur 192 Stunden zur Verfügung, und aus zwei Anlagen werden drei. Kaum eine Eingabe verändert das Ergebnis so stark, und kaum eine wird so großzügig geschätzt.

Zwei Dinge dürfen dabei nicht doppelt zählen. Wer hier die Gesamtanlageneffektivität einträgt, hat die Qualitätsrate bereits darin und trägt sie im Ausschussfeld ein zweites Mal ein; in dieses Feld gehört allein der Verfügbarkeitsgrad. Umgekehrt fehlt der Leistungsgrad ganz, wenn die Taktzeit aus dem Arbeitsplan stammt und die Anlage in Wirklichkeit langsamer läuft – dann entweder die gemessene Taktzeit eintragen oder die Verfügbarkeit senken. Dasselbe gilt für Pausen: Bei zwei Achtstundenschichten sieht das Arbeitszeitgesetz je 30 Minuten Ruhepause vor. Steht die Anlage währenddessen still, sind es 15 statt 16 Stunden am Tag, und die Reserve fällt von 44 auf 10 Stunden.

Was die Zahl der Anlagen nicht sagt

Eine halbe Anlage lässt sich nicht kaufen, deshalb wird die Anlagenzahl aufgerundet. Aus 1,84 werden zwei, zusammen zu 91,9 Prozent ausgelastet; die Zahl gilt für das Paar, nicht für die zweite Anlage allein. Aus derselben Rundung stammt auch die Zeitreserve – zwei Anlagen mal 272 Stunden sind 544, gebraucht werden 500, bleiben 44 Stunden. Das ist der gesamte Puffer für den Zeitraum, 8,8 Prozent der benötigten Zeit. Eine Störung über das übliche Maß hinaus, die eine Anlage drei Tage lahmlegt, zehrt davon 40,8 Stunden auf – also fast alles.

Und das Ergebnis ist eine Kapazitätsgröße, kein Terminplan. Es unterstellt, dass sich die Nachfrage gleichmäßig über die 20 Tage verteilt und dass auf der Anlage nur dieses eine Teil läuft. Kommen die Aufträge in Losen und teilen sich mehrere Artikel dieselbe Anlage, wachsen Warteschlangen und Durchlaufzeiten überproportional, je näher die Auslastung an hundert Prozent rückt; bei 92 Prozent ist das bereits spürbar. Wer die Rechnung als Investitionsentscheidung liest, sollte deshalb nicht auf die letzte Stunde planen. Bediener, Werkzeuge, Vorrichtungen und Fläche kommen in keinem der Felder vor, begrenzen die Kapazität in der Halle aber genauso.

Häufige Fragen

Welchen Wert trage ich bei der Verfügbarkeit ein?
Den Anteil der Betriebszeit, in dem die Anlage tatsächlich Teile machen kann. 85 Prozent sind für eine Anlage mit seltenem Produktwechsel üblich, 60 Prozent für ein Bearbeitungszentrum mit mehreren Umrüstvorgängen am Tag. Tragen Sie nicht die Gesamtanlageneffektivität ein: Deren Qualitätsrate erfasst dasselbe wie das Ausschussfeld und würde doppelt zählen.
Was mache ich, wenn ein Zyklus mehrere Teile fertigt?
Rechnen Sie die Taktzeit auf ein einzelnes Stück herunter. Ein Spritzgusswerkzeug mit vier Kavitäten und 40 Sekunden Zykluszeit liefert vier Teile je Zyklus, also 10 Sekunden je Stück – ins Feld gehören 0,167 Minuten. Wer stattdessen die ganze Zykluszeit ansetzt, plant die vierfache Maschinenzeit ein.
Kann ich damit ein ganzes Quartal planen?
Ja – tragen Sie statt 20 die Arbeitstage des Quartals ein. Ziehen Sie die gesetzlichen Feiertage ab, die je nach Bundesland verschieden sind: Bayern hat mehr als Hamburg. Auch eine Betriebsruhe zwischen den Jahren gehört heraus. Das Ergebnis gilt dann für den Durchschnitt des Quartals, nicht für einen einzelnen Monat mit Nachfragespitze.

Quellen

Stand der Werte: 2026. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine Steuerberatung.

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