Sicherheitsbestand-Rechner

Wie viel Puffer nötig ist, damit die Ware nicht ausgeht — nach Servicegrad.

Wie stark der Tagesbedarf um seinen Mittelwert schwankt. Ohne eigene Zahlen ist ein Viertel bis ein Drittel des Mittelwerts ein brauchbarer Anhaltspunkt.

632 Stück Sicherheitsbestand bei 95 % Servicegrad — bestellt wird ab 2.312 Stück.

Sicherheitsbestand
632 Stück bei 95 % Servicegrad, Faktor 1,65
Meldebestand
2.312 Stück — 1.680 Stück Verbrauch während der Lieferzeit plus 632 Stück Puffer
Gebundenes Kapital
7.584,98 € liegen allein im Sicherheitsbestand, 27.744,98 € im Meldebestand
Reichweite des Puffers
5,3 Tage — so lange trägt der Puffer bei durchschnittlichem Bedarf
Andere Servicegrade
90 %: 490 Stück, 95 %: 632 Stück, 98 %: 785 Stück, 99 %: 893 Stück, 99,9 %: 1.184 Stück

Der Sicherheitsbestand federt zwei Unsicherheiten ab: Der Bedarf schwankt, und die Lieferzeit schwankt ebenfalls. Beide Schwankungen werden quadratisch zusammengefasst — sie treten selten gleichzeitig im Extrem auf.

Der Servicefaktor bestimmt, wie sicher es sein soll. 95 Prozent bedeuten Faktor 1,65: In neunzehn von zwanzig Wiederbeschaffungszyklen reicht der Bestand. Für 99,9 Prozent braucht es den Faktor 3,09 — fast doppelt so viel Puffer für die letzten fünf Prozentpunkte.

Warum die letzten Prozentpunkte so teuer sind

Der Servicefaktor wächst nicht linear, sondern folgt der Normalverteilung. Von 90 auf 95 Prozent steigt er von 1,28 auf 1,65, von 99 auf 99,9 Prozent aber von 2,33 auf 3,09 — jeder weitere Zehntelprozentpunkt kostet überproportional.

Deshalb wird der Servicegrad nach Artikelgruppen gestaffelt. Ein Zukaufteil, das die Produktion stoppen würde, verdient 99 Prozent; ein Verbrauchsmaterial mit drei Lieferanten kommt mit 90 aus, und der Unterschied im gebundenen Kapital ist erheblich.

Der Meldebestand ist die eigentliche Arbeitsgröße

Der Sicherheitsbestand allein sagt nicht, wann bestellt werden muss. Dafür kommt der erwartete Verbrauch während der Wiederbeschaffungszeit hinzu: Meldebestand ist Tagesbedarf mal Lieferzeit plus Sicherheitsbestand.

Wird dieser Wert unterschritten, wird bestellt — unabhängig davon, wie voll das Lager sonst aussieht. Genau daran scheitern viele Bestellsysteme: Sie melden erst, wenn der Sicherheitsbestand angebrochen ist, und dann ist es schon zu spät.

Häufige Fragen

Woher nehme ich die Standardabweichung?
Aus den eigenen Verbrauchsdaten: die Tagesverbräuche eines Jahres in eine Tabelle und die Standardabweichung berechnen. Ohne Daten ist ein Viertel bis ein Drittel des Mittelwerts eine grobe, aber brauchbare erste Annahme.
Was, wenn die Lieferzeit gar nicht schwankt?
Dann fällt der zweite Term weg und der Puffer wird deutlich kleiner. Genau darin liegt der Wert verlässlicher Lieferanten: Eine um zwei Tage stabilere Lieferzeit spart oft mehr Kapital als eine Preisverhandlung einbringt.

Quellen

Stand der Werte: 2026. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine Steuerberatung.

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