Lagerumschlag-Rechner

Wie oft sich das Lager im Jahr dreht — und wie viel Kapital darin steckt.

Miete, Versicherung, Schwund, Zins auf das gebundene Kapital — in Summe üblicherweise 15 bis 25 Prozent des Bestandswerts.

480.000,00 € Wareneinsatz bei 80.000,00 € Durchschnittsbestand: 6 Umschläge, 61 Tage Reichweite.

Umschlagshäufigkeit
6-mal im Jahr
Lagerreichweite
61 Tage — so lange reicht der Bestand im Schnitt
Durchschnittlicher Bestand
80.000,00 €
Lagerkosten je Jahr
16.000,00 € bei 20 % Lagerkostensatz, davon 4.800,00 € kalkulatorischer Zins
Was ein Umschlag mehr brächte
Ein Umschlag mehr — also 7 statt 6 — senkt den Bestand auf 68.571,43 € und setzt 11.428,57 € frei, dazu 2.285,71 € Lagerkosten je Jahr.

Die Umschlagshäufigkeit ist der Wareneinsatz geteilt durch den durchschnittlichen Lagerbestand. Bei 480 000 Euro Einsatz und 80 000 Euro Durchschnittsbestand dreht sich das Lager sechsmal im Jahr — alle 61 Tage einmal komplett.

Wichtig ist der Wareneinsatz, nicht der Umsatz. Wer den Umsatz einsetzt, rechnet die Handelsspanne mit hinein und kommt auf eine zu hohe Umschlagszahl — ein Fehler, der die eigene Lage systematisch beschönigt.

Warum jeder zusätzliche Umschlag Geld freisetzt

Steigt der Umschlag von sechs auf sieben, sinkt der nötige Durchschnittsbestand von 80 000 auf 68 600 Euro. Diese gut 11 000 Euro sind unmittelbar freie Liquidität, und dazu entfallen die Lagerkosten darauf.

Bei 20 Prozent Lagerkostensatz sind das über 2 200 Euro im Jahr, die keiner Preiserhöhung und keinem zusätzlichen Kunden bedürfen. Deshalb ist der Lagerumschlag im Handel eine der wenigen Kennzahlen, die direkt auf das Ergebnis durchschlagen.

Wo ein hoher Umschlag gefährlich wird

Ein sehr hoher Umschlag bedeutet dünne Bestände, und dünne Bestände bedeuten Lieferunfähigkeit, sobald etwas dazwischenkommt. Die Kosten einer verlorenen Bestellung tauchen in keiner Lagerkennzahl auf.

Sinnvoll ist deshalb, den Umschlag je Artikelgruppe zu betrachten. Schnelldreher vertragen knappe Bestände, während Ersatzteile und selten verlangte Ware bewusst liegen dürfen — der Durchschnitt über alles verdeckt beides.

Häufige Fragen

Wie berechne ich den durchschnittlichen Bestand richtig?
Der Mittelwert aus Anfangs- und Endbestand ist die einfachste Näherung und bei saisonalem Geschäft ungenau. Genauer ist der Durchschnitt der zwölf Monatsendbestände — wer Saisonware führt, sollte diesen Weg wählen.
Welcher Umschlag ist gut?
Das hängt völlig von der Branche ab: Der Lebensmittelhandel erreicht zweistellige Werte, der Maschinenbau liegt bei zwei bis drei. Aussagekräftig ist nur der Vergleich mit dem eigenen Vorjahr und mit Wettbewerbern derselben Branche.

Quellen

Stand der Werte: 2026. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine Steuerberatung.

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