Inflation wirkt wie Zinseszins in die andere Richtung. Zwei Prozent im Jahr klingen nach wenig, aber über zwanzig Jahre bleiben von 10 000 Euro real nur 6 730 — ein Drittel der Kaufkraft ist weg, ohne dass jemals ein Betrag vom Konto verschwunden wäre.
Der Rechner zeigt beide Blickrichtungen: was ein heutiger Betrag später noch wert ist, und welcher Betrag später nötig wäre, um sich dasselbe leisten zu können.
Warum die Faustregel mit der Halbierung funktioniert
Siebzig geteilt durch die Inflationsrate ergibt ungefähr die Jahre, nach denen sich die Kaufkraft halbiert. Bei zwei Prozent sind das 35 Jahre, bei sieben Prozent nur zehn — genau das war 2022 und 2023 zu spüren, als die Raten kurzzeitig weit über dem Ziel lagen.
Die Regel stammt aus dem natürlichen Logarithmus von zwei, der bei 0,693 liegt. Sie ist eine Näherung und wird bei sehr hohen Raten ungenau, für den Bereich zwischen einem und zehn Prozent aber erstaunlich genau.
Nominalzins minus Inflation ist nicht der Realzins
Die Differenz aus Zins und Inflation ist nur eine Näherung. Exakt gilt: Der reale Zins ist (1 plus Nominalzins) geteilt durch (1 plus Inflation), minus eins. Bei drei Prozent Zins und zwei Prozent Inflation sind das 0,98 Prozent, nicht ein Prozent.
Bei niedrigen Zahlen ist der Unterschied klein, bei hohen nicht mehr: zehn Prozent Zins bei acht Prozent Inflation ergeben real 1,85 Prozent statt der erwarteten zwei. Der Rechner rechnet exakt, nicht mit der Differenz.