Beim Tilgungsdarlehen bleibt die Tilgung gleich und die Rate sinkt: Getilgt wird jeden Monat derselbe Betrag, und weil die Restschuld schrumpft, fallen die Zinsen darauf immer kleiner aus.
Bei 60 000 Euro über zehn Jahre sind das 500 Euro Tilgung monatlich. Die erste Rate liegt mit 250 Euro Zinsen bei 750 Euro, die letzte bei gut 502 — im Ergebnis kostet dieser Weg weniger Zinsen als das Annuitätendarlehen.
Warum es günstiger ist
Beim Tilgungsdarlehen wird von Anfang an mehr getilgt: Die 500 Euro fließen im ersten Monat vollständig in die Schuld, während beim Annuitätendarlehen mit gleicher Endlaufzeit anfangs weniger getilgt wird. Weniger Restschuld bedeutet weniger Zinsen.
Erkauft wird das mit einer höheren Anfangsbelastung. Genau daran scheitert es im Privatkundengeschäft: Die Bank prüft die Tragfähigkeit an der höchsten Rate, und die liegt beim Tilgungsdarlehen ganz am Anfang.
Wo es trotzdem verwendet wird
Bei Kommunen und Unternehmen ist das Tilgungsdarlehen verbreitet, weil dort die Einnahmen planbar sind und die fallende Belastung zum Abschreibungsverlauf passt. Auch bei Förderkrediten kommt es vor.
Für Private lohnt sich der Vergleich dennoch: Wer die höhere Anfangsrate tragen kann, spart über die Laufzeit spürbar. Wo die Bank kein Tilgungsdarlehen anbietet, erreicht eine hohe Anfangstilgung mit Sondertilgungen ein ähnliches Ergebnis.