Gefühlte-Temperatur-Rechner

Windchill bei Kälte und Wind, Hitzeindex bei Wärme und Luftfeuchte — und der Bereich dazwischen.

Vonaktualisiert

Die gemessene Temperatur im Schatten, so wie sie im Wetterbericht steht.

Der Windchill greift erst ab 4,8 km/h — bei Windstille kühlt nichts zusätzlich aus.

Wird nur oberhalb von 27 °C ausgewertet; bei Kälte entscheidet der Wind, nicht die Feuchte.

5 °C fühlen sich an wie 0,5159 °C — 4,48 Grad Unterschied.

Gefühlte Temperatur
0,5159
Angewandtes Verfahren
Windchill — Wärmeverlust der nackten Haut bei Kälte
Einordnung
Der Windchill gilt für Haut, nicht für Gegenstände: ein Auto kühlt im Wind nicht unter die Lufttemperatur ab.

Fünf Grad bei 25 km/h Wind fühlen sich an wie 0,5 Grad — viereinhalb Grad Unterschied, obwohl das Thermometer nicht lügt. Bei minus fünf Grad und 30 km/h sind es minus 13. Die gefühlte Temperatur ist keine gemessene Größe, sondern eine Rechengröße dafür, wie schnell der Körper Wärme verliert oder sie nicht mehr loswird.

Dahinter stecken zwei getrennte Formeln für die beiden Enden der Skala: der Windchill für Kälte mit Wind, der Hitzeindex für Wärme mit Luftfeuchte. Zwischen ihnen liegt ein breiter Bereich, in dem keine von beiden gilt — dort nennt der Rechner schlicht die gemessene Temperatur.

Zwei Formeln und die Lücke dazwischen

Unterhalb von 10 Grad und ab 4,8 km/h Wind rechnet der Windchill: 13,12 + 0,6215 · T − 11,37 · v^0,16 + 0,3965 · T · v^0,16 (T in °C, v in km/h). Diese Koeffizienten gelten nur für diese Einheiten — die geläufige Fassung in Fahrenheit und Meilen pro Stunde trägt andere Zahlen. Oberhalb von 27 Grad übernimmt der Hitzeindex nach Rothfusz, der Temperatur und relative Luftfeuchte verrechnet: bei 32 Grad und 70 Prozent kommt er auf 40,4 Grad.

Zwischen 10 und 27 Grad klafft eine echte Lücke. Der Windchill ist auf Kälte angepasst und liefert bei 20 Grad Unsinn, der Hitzeindex ist auf Hitze angepasst und tut dasselbe. Seriös ist hier nur eine Antwort: gefühlt gleich gemessen. Wer die Lücke glattbügelt, erfindet eine Zahl.

Windchill gilt für Haut, nicht für Dinge

Wind kühlt, indem er die dünne, vom Körper erwärmte Luftschicht direkt über der Haut wegreißt und die Wärme schneller abführt. Das ist ein Vorgang an einer warmen, ständig nachheizenden Oberfläche — deshalb beschreibt der Windchill ein Empfinden und keinen Messwert.

Daraus folgt eine gern übersehene Grenze: Ein Auto, ein Wasserrohr oder eine Fensterscheibe kühlt bei Wind zwar schneller ab, aber nie unter die Lufttemperatur. Bei minus zwei Grad und Sturm gefriert das Rohr früher — kälter als minus zwei Grad wird es dadurch nicht.

Warum Schwüle so anstrengend ist

Der Körper kühlt sich durch verdunstenden Schweiß. Je feuchter die Luft, desto kleiner der Dampfdruckunterschied zwischen nasser Haut und Umgebung und desto langsamer verdunstet der Schweiß — bei hoher Luftfeuchte bleibt er auf der Haut stehen und die Kühlung lässt stark nach.

Der Unterschied ist beträchtlich: 32 Grad bei 30 Prozent Luftfeuchte fühlen sich wie 30,8 Grad an, also eher milder als gemessen. Dieselben 32 Grad bei 70 Prozent fühlen sich wie 40,4 Grad an. Nicht die Temperatur hat sich geändert, sondern die Fähigkeit des Körpers, sie loszuwerden.

Häufige Fragen

Warum zeigt der Rechner bei 20 Grad genau die gemessene Temperatur?
Weil dort keine der beiden Formeln gültig ist. Der Windchill ist für unter 10 Grad definiert, der Hitzeindex für über 27 Grad. Dazwischen wäre jede Zahl außer der gemessenen geraten — deshalb bleibt sie unverändert im Ergebnis stehen.
Kühlt Wind mein Auto unter die Lufttemperatur ab?
Nein. Wind beschleunigt nur den Weg dorthin. Ein bei minus fünf Grad abgestellter Motor erreicht im Sturm schneller minus fünf Grad, aber nie weniger. Der Windchill beschreibt den Wärmeverlust warmer Haut, nicht die Endtemperatur lebloser Gegenstände.
Warum spielt die Luftfeuchte bei Kälte keine Rolle?
Weil bei minus fünf Grad selbst gesättigte Luft nur rund 3 Gramm Wasser je Kubikmeter enthält, bei 30 Grad dagegen über 30 Gramm. Zwischen 30 und 100 Prozent relativer Feuchte liegen im Winter also gut zwei Gramm — zu wenig, um die Wärmebilanz zu verschieben. Der Windchill rechnet deshalb nur mit dem konvektiven Wärmeverlust der nackten Haut.

Quellen

Stand der Werte: 2026. Die Ergebnisse sind Orientierungswerte und ersetzen keine Steuerberatung.

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