Im ersten Lebensjahr wird das Alter eines Kindes in Wochen gezählt, danach in Monaten. Der Grund ist nicht Gewohnheit: In dieser Zeit verändert sich ein Kind so schnell, dass zwei Wochen Unterschied in der Entwicklung deutlich sichtbar sind.
Bei Frühgeborenen wird zusätzlich das korrigierte Alter geführt — gerechnet vom errechneten Geburtstermin statt vom tatsächlichen. Es ist die Bezugsgröße für alle Entwicklungsschritte in den ersten zwei Jahren.
Warum das korrigierte Alter zählt
Ein sechs Wochen zu früh geborenes Kind ist mit vier Monaten entwicklungsmäßig eher wie ein Kind von zweieinhalb Monaten. Wer es an der Kalenderzahl misst, hält für einen Rückstand, was schlicht der fehlende Zeitraum im Mutterleib ist.
Üblich ist die Korrektur bis zum zweiten Geburtstag; danach haben die meisten Frühgeborenen den Abstand aufgeholt. Für Impfungen dagegen gilt immer das tatsächliche Alter, nicht das korrigierte.
Die Vorsorgeuntersuchungen U1 bis U9
Die ersten drei liegen dicht beieinander: U1 direkt nach der Geburt, U2 am dritten bis zehnten Lebenstag, U3 in der vierten bis fünften Woche. Danach folgen U4 im dritten bis vierten Monat, U5 im sechsten bis siebten und U6 zwischen dem zehnten und zwölften.
Jede Untersuchung hat einen Toleranzzeitraum, innerhalb dessen sie stattfinden muss, damit die Kasse sie übernimmt. Der Rechner nennt die nächste anstehende auf Grundlage des tatsächlichen Alters.