Wo das Fett sitzt, sagt mehr über das Risiko aus als das Gewicht allein. Bauchfett umgibt die Organe und ist stoffwechselaktiv; Fett an Hüfte und Oberschenkeln ist das deutlich weniger.
Die WHO nennt als Grenzwerte für das Taille-Hüft-Verhältnis 0,90 bei Männern und 0,85 bei Frauen. Darüber gilt die Fettverteilung als bauchbetont, mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Typ-2-Diabetes.
Richtig messen
Die Taille wird in der Mitte zwischen dem unteren Rippenbogen und dem Beckenkamm gemessen, nicht an der schmalsten Stelle und nicht am Hosenbund. Gemessen wird morgens, nüchtern, am Ende einer normalen Ausatmung — nicht mit eingezogenem Bauch.
Der Hüftumfang wird an der breitesten Stelle über dem Gesäß genommen. Das Maßband muss waagerecht liegen und die Haut berühren, ohne einzuschnüren; ein Zentimeter Fehler verschiebt das Verhältnis bereits um etwa 0,01.
Warum die Taille im Verhältnis zur Größe oft aussagekräftiger ist
Das Taille-Größe-Verhältnis kommt mit einer einzigen Messung aus und hat eine leicht merkbare Regel: Der Taillenumfang sollte weniger als die Hälfte der Körpergröße betragen. Bei 178 Zentimetern sind das 89.
In Vergleichsstudien schneidet dieser Wert bei der Vorhersage kardiometabolischer Risiken meist besser ab als der BMI, weil er die Fettverteilung erfasst. Er gilt zudem über Altersgruppen und Körperbautypen hinweg, während der BMI Muskelmasse als Übergewicht zählt.