Die glomeruläre Filtrationsrate sagt, wie viel Blut die Nieren je Minute filtern. Direkt messen lässt sie sich nur aufwendig, deshalb wird sie aus dem Kreatinin im Serum geschätzt — Kreatinin fällt beim Muskelstoffwechsel gleichmäßig an und wird über die Niere ausgeschieden.
Dieser Rechner benutzt die CKD-EPI-Gleichung in der Fassung von 2021, die ohne den früher enthaltenen Korrekturfaktor für die Hautfarbe auskommt. Er ersetzt keine ärztliche Beurteilung.
Warum der Kreatininwert allein nichts sagt
Kreatinin entsteht aus Muskelmasse. Ein muskulöser junger Mann hat bei völlig gesunden Nieren einen höheren Wert als eine zierliche ältere Frau mit eingeschränkter Funktion — der reine Laborwert vergleicht die beiden nicht.
Erst die Formel, die Alter und Geschlecht einbezieht, macht daraus eine Zahl mit gemeinsamer Skala. Und selbst dann bleibt sie eine Schätzung: Bei sehr hoher oder sehr geringer Muskelmasse, in der Schwangerschaft und bei akuten Verläufen ist sie unzuverlässig.
Die Stadien und was sie bedeuten
Die KDIGO-Einteilung kennt fünf Stufen: ab 90 gilt die Filtration als normal, 60 bis 89 als leicht vermindert, 45 bis 59 und 30 bis 44 als mäßig, 15 bis 29 als stark vermindert und unter 15 als Nierenversagen.
Eine Einstufung erfordert allerdings, dass der Wert über mindestens drei Monate besteht, und sie wird immer zusammen mit der Eiweißausscheidung im Urin beurteilt. Ein einzelner Wert unter 90 ist für sich genommen keine Diagnose.