Null Prozent stehen am Preisschild, und trotzdem kostet die Finanzierung Geld. Der Ratenkauf im Möbelhaus, im Elektronikmarkt oder beim Fahrradhändler ist selten so zinsfrei, wie er aussieht: Mal liegt der Ratenpreis über dem, was ein Barzahler aushandeln kann, mal kommt eine Bearbeitungsgebühr obendrauf, mal steckt eine Restschuldversicherung mit im Vertrag. Dieser Rechner nimmt die Zahlen, die wirklich im Vertrag stehen, und rechnet daraus den Zinssatz zurück.
Sie tragen ein, was im Angebot steht: Preis, Anzahlung, Laufzeit in Monaten, Monatsrate und eine eventuelle einmalige Gebühr. Dazu kommt der Zinssatz eines gewöhnlichen Ratenkredits, mit dem Sie vergleichen wollen. Heraus kommen vier Zahlen und ein Satz: was insgesamt auf die Finanzierung entfällt — Raten samt Gebühr —, der Aufschlag gegenüber dem finanzierten Betrag, der effektive Jahreszins des Angebots, die Monatsrate desselben Betrags als Kredit — und welche der beiden Varianten unter dem Strich weniger kostet.
Was der Rechner aus Ihren Zahlen macht
Finanziert wird nur der Teil, den Sie nicht sofort bezahlen: Preis minus Anzahlung. Die Anzahlung selbst taucht in der Gesamtsumme deshalb nicht auf — sie ist kein geliehenes Geld, sondern schlicht bezahlter Preis. Gezahlt insgesamt ist die Monatsrate mal Laufzeit plus die einmalige Gebühr; der Aufschlag ist die Differenz zwischen dieser Summe und dem finanzierten Betrag. Wer 1.200 Euro in zwölf Raten zu 110 Euro abzahlt, kommt auf 1.320 Euro und damit auf 120 Euro Aufschlag, also zehn Prozent des Preises.
Der effektive Jahreszins ist keine Division, sondern eine Suche. Gesucht wird der monatliche Zinssatz, bei dem die auf heute abgezinsten Raten genau dem entsprechen, was die Finanzierung Ihnen tatsächlich einbringt — dem finanzierten Betrag abzüglich der Gebühr, denn die ist sofort fällig. Der Rechner nähert sich diesem Satz durch fortgesetztes Halbieren des Intervalls an und rechnet ihn anschließend aufs Jahr hoch. Bleibt die Summe der Raten unter diesem Betrag oder trifft sie ihn genau, gibt es nichts zu verzinsen, und es steht eine Null da. Schon eine Gebühr genügt allerdings, damit aus der Null ein Zinssatz wird.
Warum zehn Prozent Aufschlag fast zwanzig Prozent Zins sind
Dieses Ergebnis überrascht die meisten beim ersten Mal. 120 Euro Aufschlag auf 1.200 Euro in einem Jahr klingt nach zehn Prozent, der Rechner zeigt aber gut 19. Der Grund steckt in der Tilgung: Die vollen 1.200 Euro schulden Sie nur im ersten Monat, vor der letzten Rate sind es nur noch gut hundert. Über die zwölf Monate gemittelt schulden Sie gut die Hälfte der Summe — und wer für die halbe Summe zehn Prozent des vollen Preises zahlt, zahlt eben ungefähr den doppelten Satz.
Der zweite Teil des Unterschieds liegt im Aufzinsen. Aus dem gefundenen Monatssatz von rund 1,5 Prozent wird der Jahreszins nicht durch Multiplikation mit zwölf, sondern durch Potenzieren: 1,015 hoch zwölf ergibt etwa 1,195, also gut 19 Prozent statt 18. Der effektive Jahreszins fragt ja, welcher einmal jährlich verzinste Satz dieselbe Zahlungsreihe ergibt — und weil zwölfmal im Jahr abgerechnet wird, liegt er über dem Zwölffachen des Monatssatzes. Genau deshalb lohnt der Blick auf den effektiven Jahreszins statt auf den beworbenen Monatsaufschlag: Er ist die einzige Zahl, mit der sich zwei Angebote unterschiedlicher Laufzeit überhaupt vergleichen lassen.
Wo die null Prozent herkommen und was der Vergleich nicht weiß
Wenn ein Händler zwölf Monate zinsfrei anbietet, zahlt trotzdem jemand die Bank. Häufig steckt der Betrag im Preis: Bei Ratenzahlung gilt der Listenpreis, während bei Barzahlung noch Spielraum bliebe. Manchmal steht die Gebühr offen im Vertrag, unter wechselnden Namen — Bearbeitung, Vermittlung, Kontoeröffnung. Und manchmal liegt dem Antrag eine Restschuldversicherung bei, deren Beitrag im beworbenen Zinssatz nicht auftaucht, solange sie als freiwillig gilt. Die Verbraucherzentralen weisen seit Jahren auf diese Stellen hin; beaufsichtigt werden die Institute dahinter von der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht.
Der Vergleich mit dem Ratenkredit rechnet mit einer gleichbleibenden Rate über denselben finanzierten Betrag und dieselbe Laufzeit; den Zinssatz dafür tragen Sie selbst ein — der Rechner kennt die Konditionen keines Anbieters und erfindet auch keine. Was er ebenfalls nicht abbildet: Schlussraten, Ratenpausen, Sondertilgungen, Versicherungsbeiträge und Kosten, die erst später anfallen. Der effektive Jahreszins im Vertrag folgt zudem einer gesetzlich vorgegebenen Methode mit taggenauen Terminen und kann deshalb geringfügig abweichen.